Paul Thorn - Too Blessed To Be Stressed - Cover
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Paul Thorn Too Blessed To Be Stressed


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Und hoch das Bein: Thorn macht noch ein wenig Roots Rock für den anstehenden Square Dance.

Entweder will oder kann Paul Thorn einfach nicht anders. „Too Blessed To Be Stressed“ klingt nicht nur nach einem Stoßstangen-Mantra, sondern weckt auch dementsprechende Erwartungen für Thorns neueste Scheibe. Er besingt den Titel sogar als mögliche Aufschrift fürs Automobil und so verschwindet schnell jeglicher Anspruch an ein bestimmt gut gemeintes Album. Das Metronom wird angeschmissen und der Viervierteltakt hat die Meute bei Laune zu halten. Für einfache Step-Aerobic-Übungen mag das reichen, doch jenseits dieser Qualitäten ist „Too Blessed To Be Stressed“ ein unauffälliger Pflasterstein inmitten einer Großstadt geworden.

Dabei finden sich gar nicht so viele Roots Rocker, die einen besonders ähnlichen Stil vorzutragen pflegen. Thorn könnte sich problemlos in seiner Sparte austoben, doch die Ergebnisse sind dann immer wieder dermaßen konventionell und im Text oberflächlich geraten, dass sich die Unterhaltung in Grenzen hält. Auch wenn die Platte nur selten am Rande der Fremdscham wie beim Titeltrack spielt, ist der Großteil des Albums eher repetitiv. „Everything's Gonna Be Alright“ und „Everybody Needs Somebody“ sind gute Beispiele für die harmlos klingenden Titel, die artig im Hintergrund laufen. Hängen bleiben tut hier nur wenig. Ganz ohne Aufsehen zu erregen scheint sich Thorn vom Start zum Ziel bringen zu wollen. Das gelingt ihm, macht Hörern jedoch wirklich nur bedingt Spaß.

Zumindest laden weitere Lieder wie „I Backslide On Friday“ und das bezeichnende „Mediocrity Is King“ zum Partnertanz mit Cowboy-Hut ein. Bis zum Schluss schafft Thorn es schlichtweg nicht, sich von äußerst platt getretenen Pfaden zu trennen. Kein Lied bietet sich für kommende Durchläufe an und im besten Fall gehen die Tracks angenehm an einem vorbei („Don't Let Nobody Rob You Of Your Joy“). In den besten Momenten ist das Album damit freundlich distanziert und hat etwas von Lagerfeuer-Sitzungen mit einem Fremden, der das Klimpern nicht sein lassen kann. Aber wer erinnert sich schon noch daran?

Anspieltipps:

  • Don't Let Nobody Rob You Of Your Joy
  • Mediocrity Is King
  • What Kind Of Roof Do You Live Under

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