Imogen Heap - Sparks - Cover
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Imogen Heap Sparks


  • Label: Megaphonic/Rough Trade
  • Laufzeit: 60 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Sanfte Elektronik für düstere Herbsttage.

Reden wir nicht lange um den heißen Elektronikbrei herum: Die Kombination minimalistischer Elektronik und lieblicher Frauenstimmen hat sich nicht erst seit The XX und dem Bandprojekt How To Destroy Angels Trent Reznors samt Gattin selbst überholt. Die Messlatte wurde nicht zuletzt von besagten Künstlern in den Himmel gelegt. Um in diesem Genre noch ernsthaft zu begeistern, müssen Künstler schon am ganz großen Rad drehen und entweder extrem kreative oder extrem gute Songs schreiben. Imogen Heap versucht sich auf ihrer neuen LP tapfer an beidem, so wirklich überspringen will der Funke dennoch nicht.

Dabei beginnt alles so vielversprechend. „You Know Where To Finde Me“ leitet „Sparks“ mit einer ruhigen Melodie ein, bis sich die warme Stimme Heaps wie eine warme Decke über die harten Steinboden legt, den das Klavier zuvor so hoffnungslos und kalt erscheinen ließ. Von ihren elektronischen Wurzeln ist sie im Eröffnungstrack meilenweit entfernt und gewährt dem Hörer somit einen Einblick in ihre songwriterischen Fähigkeiten. Perfekte Musik für düstere Herbsttage zu schreiben ist durchaus eine Kunst.

Leider bleibt der Song in seiner Klasse eine Ausnahme. „Minds Without Fear“ müht sich im Mittelteil redlich, ein möglichst außergewöhnliches Klangkorsett zu schnüren und kommt mit orientalischen Klängen von ganz weit weg daher. Das erregt tatsächlich Aufmerksamkeit, dennoch bleibt der Song vergleichsweise unspektakulär und geht im elektronischen Soundbrei unter. Letztlich sind es tatsächlich oft die etwas plump wirkenden elektronischen Passagen, die den einen oder anderen Song nicht unterstützen oder dominieren, sondern belanglos erscheinen lassen. Dieses unrühmliche Kunststück ist vor allem vor dem Hintergrund negativ beeindruckend, dass sich die elektronischen Parts selten in den Vordergrund drängen und somit eigentlich eine perfekte Voraussetzung erfüllen, um den Songs interessante subtile Noten zu verleihen. Schlecht ist „Sparks“ dennoch bei Weitem nicht. Die meisten Songs bleiben zwar hinter ihren Möglichkeiten zurück, dennoch bietet Imogen Heap einen ordentlichen Soundtrack für den einen oder anderen dunklen Herbstabend.

Anspieltipps:

  • You Know Where To Find Me
  • Me The Machine

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