Erlend Øye - Legao - Cover
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Erlend Øye Legao


  • Label: Bubbles/Groove Attack
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Reggae-Vibes und Folk-Gitarre. Entspannen bis zum Umfallen.

Knapp drei Monate sind seit der offiziellen Auflösung von The Whitest Boy Alive vergangen, fünf Jahre seit ihrem letzten Album. Auch fünf Jahre seit dem seichten Gitarrenspiel auf „Declaration of Dependence“, dem letzten Album des Indie-Folk-Duos Kings of Convenience. Zwölf Jahre sind vergangen seit Erlend Øyes Solo-Debüt „Unrest“, auf dem seine Stimme in poppigem Synth-Pop und Mid-Tempo versank. Kurz: Viel Zeit liegt zwischen Øyes letztem Langzeitprojekt und diesem. Und „Legao“ ist gewissermaßen eine Überraschung.

Der eigenen, sanften Stimme Rechnung tragend ist auch „Legao“ ein seichtes Album geworden. Reggae-Rhythmen und balearische Vibes dominieren die zehn eingängigen Tracks, die sich thematisch um die Liebe und Beziehungen drehen. Trompeten, Bongos und Orgeln sind sicherlich keine Instrumente, die man mit Øye assoziiert hätte. Doch die Entspanntheit, die ein Charakterzug der Musik der Kings of Convenience ist und somit auch Øye innewohnt, lässt sich natürlich auch lückenlos auf die Reggae-Ästhetik übertragen. So wirkt der Norweger der Musik niemals fremd.

Doch diese zurückgelehnte Haltung ist dennoch genau das, was „Legao“ das Genick bricht. Genau wie schon den Platten der Kings of Convenience, muss sich ihr Frontmann auch beim zweiten Solowerk vorwerfen zu lassen, ein auf Dauer vor sich hin dümpelndes Album zu liefern. Zugegeben, es ist schwer vorstellbar, Øye anders als zart singen zu hören, doch dem Longplayer fehlt es auf Dauer einfach an Schmackes.

Trotz der Themenvielfalt, manipulative Beziehungen in „Bad Guy Now“, Flüchtigkeit der Liebe bei „Garota“, Lebensziele in „Who Do You Report To“: „Legao“ wirkt sehr schnell eintönig. Dabei ist es schwer zu sagen, ob es am Reggae liegt, der sich mit musikalischer Abwechslung oft schwer tut, oder an Herrn Øye, dessen Stimme es nach wie vor an Wandelbarkeit fehlt. Die Tatsache, dass einige Songs dem Reggae-Vibe einen kleinen aber wirksamen Dreh verleihen, beispielsweise das poppige „Rainman“ oder das fließende „Lies Become Part Of Who You Are“, und so gewissermaßen für Abwechslung sorgen, lässt eigentlich nur eine Schlussfolgerung zu. Sorry Erlend.

Anspieltipps:

  • Garota
  • Rainman
  • Lies Become Part Of Who You Are

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