Delay Trees - Readymade - Cover
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Delay Trees Readymade


  • Label: Soliti Records/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine finnische Band spannt den Bogen von The Cure zu I Like Trains.

Die Delay Trees aus Finnland bewegen sich zwischen Dream-Pop, Post-Rock und Shoegaze. Dabei spannen sie den Bogen von The Cure Anfang der 80er-Jahre bis zu aktuellen Klängen à la I Like Trains. Die Nordlichter sind ein noch junges Quartett und ihrem nun vorliegenden Debütalbum „Readymade“ gingen bereits einige EPs voraus. Auch auf europäischen Bühnen erspielten sich die Finnen schon eine Anhängerschar. Neben Frontmann Rami Vierula (Gesang, Gitarre) agieren Lauri Järvinen (Gitarre, Synthesizer, Gesang), Sami Korhonen (Bass, Synthesizer) und Onni Oikara, der das Schlagwerk bedient.

Der Bandname rührt aus ihrer Vorliebe für Hall sowie Wälder, eine gute Wahl, denn der Sound spiegelt durchaus jene Begriffe wider. Ganz vorsichtig führen uns die Delay Trees mit einem Intro in ihren hallenden Blätterwald, der mit „Fireworks“ eine erste Duftmarke setzt. Ein tiefenrumorender Bass bildet mit ebenso schleichendem wie betontem Schlagwerk das Grundgerüst für die Echo-Gitarren, hintergründige Synthie-Sounds und die helle, beinahe zerbrechlich anmutende Stimme von Rami Vierula. Bei „Steady“ und „Big Sleep“ kommen einem - was den Rhythmus betrifft - die alten Krautrocker Neu! in den Sinn. Im Kontrast dazu stehen die feinsinnigen von Gitarren, Synthies und Stimme gezogenen Melodielinien, die wie vereinzelte Sonnenstrahlen durch dunkle Baumkronen blitzen.

Einige Male kommen einem The Cure in den Sinn, „Sister“ hat jene atmosphärische Ausrichtung, wogegen „Woods“ in der Nähe von I Like Trains kreist. Jene Kunstfertigkeit und Tiefe der Engländer kombinieren Delay Trees mit sachten, verträumten Pop-Melodien. Das sich aufschwingende „Perfect Heartache“ ist geradezu Indie-Hit verdächtig und löst sich förmlich aus dem Dark-Konzept der Finnen.

Auch „The Howl“ lebt von den Kontrasten helle Stimme, lichte Melodie und dunkel rumorende Rhythmen. Zum Finale der Blick aufs offene Meer, „The Atlantic“ schwappt als offene Klangwelle ins Ohr, lotet Weite und Tiefe aus. Hier entfernen sich selbst Bass- und Schlagzeugrumor aus den Schatten der Wälder hin zur atlantischen Strömung. Neue Musikströmungen darf man dagegen bei den Delay Trees nicht suchen. Innerhalb ihres Genres gehen die Finnen aber unbefangen und vor allem mit viel Feingespür vor und hinterlassen einen überzeugenden Eindruck.

Anspieltipps:

  • Fireworks
  • Woods
  • Perfect Heartache
  • The Atlantic

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