Clark - Clark - Cover
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Clark Clark


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Clark versucht sich an Techno und dem eigenen Ich.

13 Jahre und sechs Longplayer (Compilations nicht mitgezählt) hat Chris Clark bereits mit Warp Records hinter sich gebracht. Mit „Clark“ erscheint nun sein siebtes Album. Die Ankunft im Selbst? Vielleicht. Definitiv feststehen dürfte, dass es ein neuer Weg ist, seinen Stil zu präsentieren.

Denn mit seinem neuen Album schreitet Clark mit seinen Produktionen in Richtung Techno. Er bewahrt sich mit vielschichtiger Komposition und allerlei manipulierten Sounds und Field Recordings zwar weiterhin seine bewährte IDM-Ästhetik und verrückten charakteristischen Sound. Doch Tracks wie „Unfurla“ und das eher ruhige „Sodium Trimmers“ sind gezeichnet von gradlinigen Beatstrukturen. Dabei startet Clark in „Winter Linn“ mit einem wie gewohnt eher schleppenden Beat und Einladung zum Kopfnicken. Ein perfekter Übergang zu den beiden zuvor erwähnten Tracks, die das Tempo anheben.

Doch wie bereits erwähnt, lässt Clark es sich nicht nehmen, weiter seine im positiven Sinne eigenwilligen Soundfantasien auszuleben. Ein entspannter Closer, der mit langgezogenen Vocals spielt, findet sich mit „Everlane“, während „Snowbird“ lieber hallende Vocal-Samples Xylophon-artig aneinanderreiht und von Klimpern, Rascheln und Fegen begleiten lässt. Dem sonst eher rauen Sound wirkt „The Grit In The Pearl“ entgegen. Auch hier wieder verzerrte Vocals, doch in der Begleitung fast ausschließlich kristallklar produzierte Percussion und Posaunen-Synthies.

Im Gegensatz zu seinen Vorgängerwerken wirkt Clark auf diesem Album auch wesentlich naturgebundener. Plätschernde und klackernde Sounds von Perlen im Wind und der gerade im Mittelteil hohe Anteil an Vocals, das Summen von Fliegen in „Sodium Trimmers“, das subtile Seufzen und die Sturmaufnahmen in „Strength Through Fragility“ und die flächigen Synthies, die Chris Clark nutzt, haben etwas Dokumentarisches. Insofern ist die Musik auf dem Album auch sehr bildhaft, die Field Recordings sind verfremdete Oasen der Vertrautheit, doch greifbar werden sie nie. Als hätte Clark etwas festhalten wollen, was kaum zu fassen ist. Ein biographischer Prozess, der vielleicht hier in seiner wechselhaften Silhouette auf dem Cover endet, nachdem er mit einem Kindheitsfoto auf dem Debütalbum begann.

Anspieltipps:

  • Winter Linn
  • Strength Through Fragility
  • Banjo
  • There’s A Distance In You

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