Justin Townes Earle - Single Mothers - Cover
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Justin Townes Earle Single Mothers


  • Label: Loose Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 30 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Drei Worte, um dieses Album zu beschreiben: persönlich, gelassen, Country.

Mit Musikern aus dem Genre Americana ist das so eine Sache, vor allem für Europäer. Aber selbst Justin Townes Earle, der nun sein fünftes Album diesem Stil zuordnet, hat Schwierigkeiten, Grenzen zu ziehen. Für den Laien sollen daher an dieser Stelle der Oberbegriff Country als Hauptprotagonist und Pop als Nebendarsteller vorgestellt werden, um eine erste Orientierung zu bieten, wenn man wissen will, worauf man sich bei „Single Mothers“ denn einlässt.

Viel mehr muss man zu Beginn dann auch gar nicht wissen, um die Musik auf sich wirken lassen zu können. Erwähnenswert ist eventuell noch, woher der 32-Jährige seine Inspiration nimmt: Sein Vater ist der Country- bzw. Americana-Sänger Steve Earle, von dem er einerseits sein Talent geerbt haben dürfte, der andererseits jedoch Stoff für einige dramatische Songs liefert. Grund genug, weshalb Justin Townes Schwierigkeiten hatte, erwachsen zu werden.

Auf seinem ersten Album bei Loose Music klingt er nun dafür reifer denn je, was nicht nur durch seine maskuline, unverkennbare Stimme bedingt ist. Doch nur, weil Earle klingt, als sei er nun aus dem Alter heraus, bedeutet das nicht, dass er nicht mehr über Jugendsünden zu berichten hätte. Dazu greift er teils ernste, teils alltägliche Knotenpunkte in seinem Leben auf und verpackt sie in angenehme, stellenweise ruhige Country-Songs. Die Melancholie, die seine früheren Alben ausgemacht haben, geht dadurch nicht gänzlich verloren, auch wenn Earle tatsächlich gelernt zu haben scheint, einige Dinge hinter sich zu lassen. Die Wut und die Trauer sind nicht verschwunden, doch er geht sie mit einer gewissen Gelassenheit an.

Diese Gelassenheit nimmt man dem jungen Musiker, der nun verheiratet ist, auch wirklich ab und darin liegt Earles größte Stärke: Was er auch macht, es klingt nicht nur authentisch, es scheint einfach authentisch zu sein. Das mag sicherlich daran liegen, dass seine Texte durch die eigene Lebenserfahrung entstehen und persönlicher kaum sein könnten. Seine ganz eigene Sicht auf die Dinge macht seine Musik aus und die wiederum unterstreicht nicht nur einen gewissen Weitblick, sie vermittelt dem Hörer auch einen gewissen Frieden.

Anspieltipps:

  • My baby drives
  • Burning pictures
  • Today and a lonley night
  • Wanna be a stranger

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