Old Kerry McKee - Letter To A Sick EP - Cover
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Old Kerry McKee Letter To A Sick EP


  • Label: Popup Records/CARGO
  • Laufzeit: 23 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.6/10 Leserwertung Stimme ab!

One-Man-Band aus Schweden mit tiefschürfendem Blues.

Der Schwede Joakim Malmborg ist das Ein-Mann-Orchester Old Kerry McKee. Er kommt von der Insel Hisingen, die zu Göteborg gehört. Angeblich finden sich dort neben idyllischen Landschaften auch ziemlich verrufene und heruntergekommene Gegenden. Folglich kein schlechter Ort um Blues, Folk und Americana zu spielen, bei denen jene Kontraste schon immer eine Rolle gespielt haben. Womit die Themen Liebe, Einsamkeit und Tod für Old Kerry McKee quasi naturgegebene waren.

Immerhin war Malmborg neben The Tallest Man On Earth und First Aid Kit bereits für den schwedischen Musikpreis für Indie-Interpreten nominiert. Live versteht er es, Mundharmonika, Schlagwerk, Gitarre und Schellen gleichzeitig und gleichermaßen intensiv zu bearbeiten. Dies stellte er diesen Sommer bei einer USA-Tour unter Beweis und in der Herbst-Winter-Saison dürfen wir ihn auf deutschen Konzertbühnen in Augenschein nehmen.

Mit seiner EP „Letter To A Sick“ zeigt der Schwede nun seine Studioqualitäten auf, verzichtet aber auf einen Hochglanz polierten Sound, der bei einer One-Man-Band auch gar nicht angebracht wäre. Mit „Pale“ setzt er uns ein Intro vor, wie wir es von seinem Landsmann Daniel Norgren kennen: Verstörende Geräusche und Stimmen. Danach jedoch der Titelsong, ein erster rauer, tiefschürfender Blues, der blechern, pochend und stampfend beginnt, dazu jault Malstrom im Duktus eines David Eugene Edwards (16 Horsepower, Wovenhand) wie ein waidwunder Wolf. Sechs Minuten dauert der Titelsong, der mit Bottleneck-Slides einen tiefen Blues-Graben aushebt. „Homeless“ stochert im dunklen Folk-Blues-Dickicht und hat doch jene Hoffnungsfunken, die vor allem sein Spiel auf der Mundharmonika transportiert.

Das fünfeinhalbminütige „Cancer“ klingt nach einem verschollenen frühen 16 Horsepower-Demo, wogegen das abschließende sechseinhalbminütige „Blues For Her“ als wehmütig-sehnsüchtiger Americana-Song daherkommt. Viel auszusetzen gibt es an dieser EP nicht, naturgemäß erfindet auch Old Kerry McKee das Rad nicht neu, aber er legt Herz und Leidenschaft in seine Songs. Wie gut er wirklich ist, zeigt sich wahrscheinlich erst, wenn er über die volle Länge geht. Neugierig hat er uns auf jeden Fall gemacht.

Anspieltipps:

  • Letter To A Sick
  • Cancer

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