The Kilkennys - The Colour Of Freedom - Cover
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The Kilkennys The Colour Of Freedom


  • Label: Pinorrek Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
2.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kilkennys schaffen es weiterhin trotz aller Anbiederung an die Masse, nicht zu geschniegelt zu wirken.

Die perfekten irischen Schwiegersöhne. Genau so stellt sich die Band auf dem neuen Cover vor. Mit genug Bart und hier und da einem offenen Mantel oder obersten Hemdknopf ist die nötige Portion geballter irischer Männlichkeit erhalten geblieben. Ansonsten spiegeln sich Betrachter nahezu in den perfekt sitzenden Klamotten und den gekonnt auf besagte Männlichkeit getrimmten Musikern. Genau dieser optische Eindruck ist auch in der Musik der Kilkennys zu hören. Niemand würde je die Authentizität dieser Folkmusik anzweifeln. Und doch ist immer genug Pop-Appeal in den Arrangements, dass die breite Masse auch angesprochen werden kann.

Nur selten stürzt sich das Quartett so eindeutig in Folk-Gefilde, die gänzlich frei von Radio-Attitüden sind. Wenn sie es dann doch tun, fragen sich Hörer schnell, ob es überhaupt nötig ist, mit „Southern Australia“, „Before The Deluge“ und vielen anderen Titeln so brav zu klingen. Der Folk-Rock in „Rocky Road To Dublin“ allein strotzt vor waschechtem Folk made in Ireland. Ohne Kompromisse kann für drei Minuten vergessen gemacht werden, dass „Caledonia“ und Co. für seichte Momente konstruiert wurden. Vielleicht liegt es der Band auch schlichtweg nicht, richtige Balladen zu schreiben. Viel zu schnell verlieren sie sich in Brit-Pop-Gitarren und Boy-Band-Attitüden. Sobald diese Spielereien gelassen werden, macht die Band mit „Spanish Lady“ deutlich, wie anders ihr Folk klingt, wenn sie den Pop auslassen.

Es kommt nicht oft vor, dass die Mixtur mit radiofreundlichen Tönen doch noch unterhaltsame Ware hergibt. „Wild Colonial Boy“ und „Fiddler's Green“ sind noch als Titel zu nennen, die sich aus dem unscheinbaren Mittelmaß des Albums erheben können. Besonders erfreulich ist letzteres Lied, da „Fiddler's Green“ tatsächlich eine Folk-Ballade darstellt. Wenn „Bold O'Donahue“ das Album in alkoholisierter, aber nie anstößiger Laune beendet, kann man nicht anders, als die Kilkennys mögen zu wollen. Denn wenn die Band nur will, dann macht sie genau die Art von feucht fröhlichem Folk, der kurzweilig immer unterhalten kann. Wirklich interessant ist diese Band nämlich nur, wenn der Lack ein wenig blättert und das vorprogrammierte Image mit falschen Gefühlen durchbrochen wird.

Anspieltipps:

  • Rocky Road To Dublin
  • Wild Colonial Boy
  • Fiddler's Green

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