Foxygen - Foxygen... And Star Power - Cover
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Foxygen Foxygen... And Star Power


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Junge Menschen machen auf alte Hippies.

Vor einigen Wochen war an selber Stelle die Rezension zur neuen Allah-Las-Platte „Worship The Sun“ zu lesen. Beschrieben und gelobt wurde darin eine aus jungen Musikern bestehende Formation, die gerne in der Flower-Power-Zeit musiziert hätte und selbiges anno 2014 auf eindrucksvolle Weise nachholt. Machen wir es uns einfach: Für das Rockduo Foxygen gilt exakt das gleiche. Fertig.

Ok, ok gleiches Recht für alle, hier die detaillierte Besprechung. Auffällig ist dennoch, dass zunehmend junge Künstler ihrer Bewunderung für die Hippierocker der Woodstock-Ära durch fast schon zu perfekte Hommagen Ausdruck verleihen. Foxygen gelingt die Verneigung vor ihren Idolen ausgesprochen gut, der ganz große Wurf ist „Foxygen... And Star Power“ dann aber doch nicht geworden. Dafür wirken die 24 Songs auf zwei Disks dann stellenweise ein wenig arg zusammenhangslos aneinander geschustert. Das mag zur crazy Hippie-Zeit passen, dem Gesamtwerk des Albums schadet diese übertriebene Freigeistigkeit jedoch.

So muss man dann schon genau hinhören, um zwischen all den Zweiminütern die Perlen herauszufiltern. Die erste hat sich erfreulicherweise gleich hinter dem verstörenden Intro versteckt. „How Can You Really“ benebelt einen schon nach drei Takten und lässt feinste Sixties-Atmo durch die heimischen Boxen strömen. „Coulda Been My Love“ knüpft nahtlos aber ruhiger an und rundet einen gelungenen Albumeinstieg ab. Auch das folgende „Cosmic Vibrations“ gefällt und kommt nach einem lärmenden Einstieg wie ein bekiffter Bastard so mancher Beach Boys-Tracks daher. Klingt wunderbar? Ist wunderbar!

Die Begeisterung weicht mit zunehmender Spieldauer jedoch der Ernüchterung. Gelungene Reminiszenzen finden sich auch unter den restlichen 20 Tracks, diese werden jedoch immer wieder von seelenlosen Füllern unterbrochen. Es mag den Jungs einen Heidenspaß gemacht haben, diese zwischenzeitigen instrumentalen Ausraster zu fabrizieren, sich gehen zu lassen und sich nur von dem, was sie hier Musik nennen, tragen zu lassen. Wie oben schon angedeutet, kratzt das jedoch gehörig am an sich so herrlichen Retro-Lack des Gesamtpaketes.

Anspieltipps:

  • How Can You Really
  • Coulda Been My Love
  • Cosmic Vibrations
  • I Don’t Have Anything/ The Gate
  • Everyone Needs Love

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