The Barr Brothers - Sleeping Operator - Cover
Große Ansicht

The Barr Brothers Sleeping Operator


  • Label: Secret City/Rough Trade
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Vierer aus Kanada wandelt auf Arcade Fires Spuren.

Ein Xylophon. Selten zuvor hat dieses unscheinbare und oft belächelte Instrument derart schön in einem Intro geklimpert wie in „Static Orphans“. Das gut zweiminütige Instrumental eröffnet die zweite LP der Barr Brothers und bedeutet den Auftakt eines wunderbar entspannten Folk-Rock-Albums.

Der Bandname ist dabei pure Mogelei, werden die Brüder Brad und Andrew (Überraschung: Barr) doch von Sarah Page und Andres Vial unterstützt. Im Jahr 2011 debütierte der kanadische Vierer mit seinem durchweg gelobten und selbst betitelten Erstling. Der Nachfolger „Sleeping Operator“ bietet 60 Minuten emotionalen und intensiven Folk-Rock. Neben der markanten und eingängigen Stimme Brad Barrs ist es vor allem die kreative und genreuntypische Instrumentierung, mit der die Band auf ihrem Zweitwerk punkten kann.

„Love Ain’t Enough“ kommt mit entspannten Drums und einem Gänsehaut-Refrain daher, „Wolves“ und „Even The Darkness Has Arms“ legen den Fokus auf eine herrlich folkige Akustikgitarre, „Half Crazy“ entpuppt sich als klassischer Südstaaten-Blues-Rock. Angereichert mit kreativen Spielereien wie dem eingangs gefeierten Xylophon oder dem Harfenspiel Sara Pages ist „Sleeping Operator“ ein Kleinod an ausgefeilten und leidenschaftlich eingespielten Songs eines Quartetts, das seine Musik in jeder Note leidenschaftlich lebt.

Der Weg zum diffizilen zweiten Album war dabei keinesfalls leicht. 40 Tracks spielte die Band insgesamt ein, bevor die 13 besten ihren Weg auf die finale Platte fanden. Abgemischt wurde „Sleeping Operator“ von Ryan Freeland, der seine Reglerfertigkeiten und seinen Sinn für gefühlvolle und anspruchsvolle Gitarrenmusik bereits bei Ray LaMontagne unter Beweis stellte. Prominenz findet sich auch auf der Gästeliste des Albums, die unter anderem Namen wie Richard Reed Parry (Arcade Fire) und The Luyas beinhaltet.

The Barr Brothers ermöglichen mit ihrem Zweitling einen intensiven und dennoch entspannten Spaziergang durch die Welt ihrer musikalischen Selbstverwirklichung. Jede Silbe hat Tiefe, jedes Instrument seinen Platz im Gesamtkunstwerk gefunden. Wenn „Please Let Me Let It Go“ die letzten Noten von „Sleeping Operator“ ausklingen lässt, bleibt der Eindruck, etwas Großes gehört zu haben von einer Band, die ihre Zukunft selbst in der Hand und das Zeug hat, Großes zu erschaffen.

Anspieltipps:

  • Love Ain’t Enough
  • Even The Darkness Has Arms
  • England
  • Please Let Me Let It Go

Neue Kritiken im Genre „Folk-Rock“
Diskutiere über „The Barr Brothers“
comments powered by Disqus