Nickelback - No Fixed Address - Cover
Große Ansicht

Nickelback No Fixed Address


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
3/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eintöniges und uninspiriertes Mainstream-Geklöppel ohne Biss und echte Hooks.

Die aus Vancouver stammende Band Nickelback hat ein merkwürdiges Problem. Sie hat in ihrer fast 20-jährigen Karriere mehr als 50 Millionen Alben verkauft, aber niemand gibt gerne zu, die Musik der vier Kanadier um Mastermind Chad Kroeger zu hören. So etwas kennen wir eigentlich nur von der Buletten-Braterei McDonald’s (keiner geht hin, aber jeder weiß wie der BigMac schmeckt...) und der Bild-Zeitung (keiner liest sie, aber jeder weiß was drin steht...). Ein wenig lächerlich ist das Ganze schon, wobei zuletzt die medienwirksame Märchen-Heirat von Chad Kroeger (40) und Pop-Sternchen Avril Lavigne (30) erneut Öl ins Feuer goss und die Hater wieder einmal darin bestätigte, dass Kroeger und Nickelback „ja mal gar nicht geh’n“.

Drei Jahre sind seit „Here And Now“ (11/2011) vergangen, das in der Käufergunst trotz erfolgreicher Radio-Singles wie „When we stand together“ und „Lullaby“ nicht mehr an die alten Kommerz-Granaten wie „Dark Horse“ (11/2008), „All The Right Reasons“ (10/2005), „The Long Road“ (09/2003) und „Silver Side Up“ (09/2001) heranreichte. Trotzdem gehen Nickelback auch auf ihrem achten Studioalbum „No Fixed Address” keine Experimente ein und zelebrieren weiterhin ihren gnadenlos eingängigen Radio-Rock, zu dem extra-cremige Balladen gehören, wie Schlagsahne auf den Apfelkuchen.

Allerdings wollen Nickelback anno 2014 auch mal cool sein wie andere Rockbands. Zu diesem Zweck werfen sie in „She keep’s me up“ einen Funk-Groove und in „Got me runnin‘ round“ ein Rap-Feature mit Flo Rida in den Ring. Dazu verirren sich in „Get ‘em up“ ein paar Blues-Licks in die riffende Kraftmeierei. Damit sind die angeblichen Überraschungen auch schon abgefrühstückt und Nickelback konzentrieren sich auf ihre Markenzeichen und, hüstel, Stärken. Doch es scheint so, als hätte die kreative Talfahrt von Frau Lavigne-Kroeger auch auf das Songwriting von Gevatter Chad abgefärbt. Denn was dem 40-Jährigen heuer in Sachen Melodien und Riffs eingefallen ist, kommt einem Offenbarungseid nahe.

Wo in der Vergangenheit kantige Rocksongs mit Massenhits um die Wette stritten, ist auf „No Fixed Address” nur noch ein Vakuum vorhanden. Melodramatische Breitwand-Sounds mit Langeweile-Garantie („The hammer’s coming down“) wechseln sich mit poppigem Radiofutter („Miss you“) und versuchsweise härteren Stücken wie „Edge of a revolution“ ab. Highlights wurden dabei leider nicht kreiert. Ärgernisse ebenso wenig. Will heißen: So blutleer und einfallslos klangen Nickelback noch nie. Denn während Nickelback-Songs in der Vergangenheit entweder vor Kraft kaum laufen konnten oder mit ihrer Eingängigkeit das Langzeitgedächtnis des Hörers malträtierten, ist auf „No Fixed Address” nur noch eintöniges, uninspiriertes Mainstream-Geklöppel vorhanden. Und das, meine Herren, geht leider gar nicht!

Anspieltipps:

  • Satellite
  • Miss you
  • Million miles an hour
Neue Kritiken im Genre „Alternative Rock“
Diskutiere über „Nickelback“
comments powered by Disqus