Love Inks - EXI - Cover
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Love Inks EXI


  • Label: Republic Of Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Love Inks erschaffen eine Form von Dream-Pop, die ihre Wurzeln in den 80er-Jahren hat.

Der Puls des Lebens spiegelt sich im Einsatz der auffälligen, sofort das Ohr belagernden Rhythmusbox wider, die im Zentrum des Sounds von Love Inks steht. Sängerin Sherry LeBlanc lässt sich jedoch nicht davon leiten, sondern findet unabhängig vom Tempo des Rhythmus-Gerätes ihre eigene Linie. Sie behält ständig ihren gemächlichen Gesangsstil bei, der einen naturbelassenen, unschuldigen Charme hat und frei von klebrig-süßem, elfengleichen Gezwitscher ist.

Love Inks ist ein Trio aus Austin, Texas, das den minimalistischen Pop-Sound der Achtzigerjahre aus Großbritannien, der damals in der alternativen New Wave-Szene ausprobiert wurde, verinnerlicht hat. Ganz besonders stehen hier die Young Marble Giants als Ideengeber Pate, die 1980 mit „Colossal Youth“ das Referenzwerk des Genres erschaffen haben. Auch dieses Trio hatte mit Allison Statton eine nüchtern agierende Sängerin und untermalte ihre Songs mit einer sparsamen, kantigen E-Gitarre, knackigen Bassläufen und einer eindimensionalen, aber wirkungsvollen Orgel. Die Musiker aus den USA bilden quasi deren freundlichere, rundere, hellere Seite ab. Der unnachgiebige, trocken klopfende Drum-Computer Rhythmus wird hier von ruhigen Bass-Läufen und klaren E-Gitarren-Akkorden begleitet. Manchmal kommen noch ausgleichende Synthesizer-Tonteppiche dazu. Fertig ist der Minimal-Dream-Pop.

Die Songs laufen überwiegend unaufgeregt ab. „Regular Lovers“ tut sich dabei als besonders verführerisch und melodieverliebt hervor. Im Gegensatz zu „New West“, das betont monoton und kühl bleibt. Beim poppigen „Sky Machine“ setzt eine sauber gespielte, verzerrte Gitarre anrüchige Duftmarken und „Spirit Communication“ ist leise und langsam, fast träge. Einen Totalausfall gibt es mit „Text Message“ zu verzeichnen. Dieser instrumentale Track kann als missglücktes, unharmonisches, amateurhaftes Experiment beschrieben werden.

„EXI“ steht für alternative Pop-Musik, die mit bewusst reduzierten Mitteln ansprechende, sympathische Unterhaltung bietet. Es werden jedoch keine richtungsweisenden Akzente gesetzt, denn das angewendete Konzept ist ja nicht neu. Nichtsdestotrotz bietet „EXI“ angenehme, clever an historische Vorlagen angepasste Pop-Musik.

Anspieltipps:

  • Shoot 100 Panes Of Glass
  • Dawn / Poem
  • Don`t Hear That
  • New West
  • Regular Lovers

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