Musée Mécanique - From Shores Of Sleep - Cover
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Musée Mécanique From Shores Of Sleep


  • Label: Glitterhouse/INDIGO
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Andächtig, poetisch und auf seltsame Art schön!

Im Hafen von San Francisco liegt das Musée Mécanique. Dort werden alte mechanisch betriebene Musikinstrumente und Glücksspielgeräte ausgestellt. Das Ensemble aus Portland, Oregon, hat jenes Museum als Namensgeber gewählt, seine Musik klingt jedoch nicht museal oder mechanisch. Vielmehr verwenden sie repetitive Elemente und auf eine bestimmte Art klingen sie nostalgisch, was in ihrem Fall keineswegs mit altbacken gleichzusetzen ist. Im Gegenteil, die Songs klingen zeitgemäß bzw. atmen geradezu Zeitlosigkeit. Neben Akustikgitarren, Keyboard, Schlagwerk, Akkordeon, Glockenspiel, singender Säge, Bläsern und Streichern, sind es die Stimmen von Sean Oglivie und Micah Rabwin, die einem sofort aufs aller angenehmste in die Ohren gehen und Labsal für geschundene Seelen sind.

Musée Mécanique formierten sich 2006 und veröffentlichten im Jahr 2008 ihr erstes Album „Hold This Ghost“, bei dem Tucker Martine (The Decemberists, Sufjan Stevens, Laura Veirs) die Regler des Mischpults bediente. Auf Tour waren sie bereits mit so namhaften Interpreten wie Great Lake Swimmers, Eleni Mandell, Laura Gibson, Wye Oak und Horse Feathers. Ganze sechs Jahre hat es nun gedauert, bis sie ihr zweites Album vorlegen. Sie nennen es „From Shores Of Sleep“ und überzeugen damit auf der ganzen Linie.

Wie sanfte Wellen strömen diese Lieder heran, funkeln sachte, erheben sich mit leicht schwingenden Flügeln. Andere ruhen förmlich in sich, nehmen dich sanft an die Hand, um dir eine verwunschene, jedoch schöne Welt vorzuführen. Einsam plinkernde Pianotöne treffen auf warm sprühende Akkordeontöne, Bläser zaubern pastorale Ornamente, Streicher wiegen sich im Klang der Akustikgitarren, ein Windhauch touchiert das Glockenspiel und die Stimmen schweben zart und leicht wie Federn durch die Lüfte.

„From Shores Of Sleep“ spült uns an jene Ufer des Schlafs, die uns auf die poetische Art träumen lassen. Flüchtige Songs, die sich weich an und um die Seele schmiegen, dir sagen, dass alles gut wird. Eine Flüchtigkeit, die jedoch in die Tiefe geht, zwar sachte, aber mit einer Nachhaltigkeit, die uns ein stilles Schwärmen beschert. Ist das Folk-Pop? Oder Chamber-Pop? Als Krücke dürfen Musée Mécanique so eingeordnet werden, ihren feinsinnigen und feinfühligen Songs werden derartige Stilzuweisungen nicht gerecht. Der Songreigen hat etwas Beruhigendes, Zufriedenstellendes und Wahrhaftiges. Es ist ein auf seltsame Weise schönes Album! Lasset die Worte nun ruhen und lauschet mit Andacht!

Anspieltipps:

  • The Open Sea
  • The Man Who Sleeps
  • The Word Of Silence
  • The Shaker’s Cask

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