Easy October - Sweethearts Before The Fall - Cover
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Easy October Sweethearts Before The Fall


  • Label: Adore Music/Broken Silence
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ans Herz gehender Mix aus Americana, Indie-Pop und skandinavischer Melancholie.

Vergangenes Jahr debütierten Easy October mit dem Album „Things We Said Yesterday” und nun legt die schwedische Band den Nachfolger „Sweethearts Before The Fall” vor. Neben Sänger und Liederschreiber Kristoffer Hedberg sind der von Fireside und als Solokünstler wohl bekannte Kristofer Aström (Gitarre, Backing Vocals) und der Nationalteatern-Mann Nikke Ström (Bass) mit an Bord. Sie werden von weiteren Musikern unterstützt, wobei vor allem Multiinstrumentalist Fredrik Askerdal hervorzuheben ist, der mit Pedal und Lap Steel auftrumpft. Zudem schwingt der Swedish Grammy Award-Preisträger Andreas Kleerup die Trommelstöcke.

Easy October sind Meister im Verknüpfen von Americana, Indie-Pop und skandinavischer Melancholie. Davon legt bereits der Opener „If I Stopped Loving You“ Zeugnis ab. Der eindringliche Gesang, die wimmernde Pedal Steel und das flexibel angelegte Rhythmusspiel greifen wunderbar ineinander. Bei einem Blind Date hätte mancher auf einen Ryan Adams-Song getippt. „My Love Will Be There Still“ und „Hello Sunshine“ schlagen in eine ähnliche Kerbe. „Blow Out Your Candles“ führt einem den dunklen Dochtrauch und tropfendes Kerzenwachs vor Augen, bläst einem jenen sanften Atemhauch ins Gesicht. „When Our Eyes Met“ rollt den Orgelteppich aus, auf dem zarte Gitarrensaiten und weiche Gesangslinien tänzeln.

„Been Loving You For Years (But Of Course I Had To Fuck It Up)” kommt mit Beats und Soundscapes daher, ohne die Stimmung wirklich zu brechen, dafür berührt Hedbergs Stimme einfach zu sehr, begleitet von einem klangmalernden Piano. „Let Me Follow You To The Other Side“ driftet sachte in ein schönes Nichts, das den im Country-Pop verhafteten „Waltz For You“ nach sich zieht. „Don’t Need Me No More“ zieht das Tempo etwas an, dagegen sind „Waiting For You To Come Back Home“ und „Loneliness Has Always Been My One And Only Friend“ weitere Herzensbrecher-Balladen, bei denen die Pedal Steel perlende Tränen weint. Die Geister von Jason Isbell und Ryan Adams spuken durch den Klangraum. Das finale „Go Easy On Me“ klopft die etwas lauteren Schläge des Herzens gegen den Brustkorb, dazu schmachtet Hedberg und lässt mit „la la la“ das Album sanft ausklingen.

Kristoffer Hedberg ist nicht nur ein sehr guter Songwriter, er versteht es auch, mit seiner Band die Titel entsprechend umzusetzen. Gegenüber dem Debüt wirkt das zweite Album ein gutes Stück reifer, in sich schlüssiger. Die Emotionen kommen beim Zuhörer direkt an, die Songs gehen einem ans Herz. Mit „Sweethearts Before The Fall“ haben sie einen weiteren Schritt nach vorne getan und sind damit nicht nur in ihrer Heimat konkurrenzfähig. Americana-Herzblut und skandinavische Indie-Pop-Melancholie fließen hier naturgegeben zusammen. Eine Wohltat!

Anspieltipps:

  • If I Stopped Loving You
  • Blow Out Your Candles
  • Let Me Follow You To the Other Side
  • Waiting For You To Come Back Home
  • Loneliness Has Always Been My One And Only Friend

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