T.I. - Paperwork - Cover
Große Ansicht

T.I. Paperwork


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 65 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Bleiben die Hörer dem King (of the South) treu oder ist es Zeit für den Umsturz der Monarchie?

Was macht den HipHop groß? Sind es Alpha-Männchen-Gehabe, sexuelle Selbstbestätigungen und Machtfantasien? Wenn es nach T.I. geht, dann ist alles Mehr nur ein Bonus auf die eigene Großartigkeit. Die beste Konsumentenbeschreibung der neuesten Scheibe „Paperwork“ lässt sich mit dem umgangssprachlichen Ausdruck „die Sucht treibt's halt rein“ beschreiben. Der selbsternannte King darf die Konkurrenz und Fans nicht denken lassen, dass er nicht mehr die längsten Hosen im Gehege anhat und Hörer freuen sich, für bekannte Namen den einen oder anderen über gebliebenen Euro auszugeben.

Genau von diesen loyalen Fans ist das neue Album auch abhängig, welches mehr eine Suche nach neuen Möglichkeiten zu sein scheint und sich dafür bei angesagten Produzenten bedient. Die Vorab-Single „No Mediocre“ ist bereits das erste große Anzeichen, dass T.I. als der Poster-Boy von Stilen anderer Künstler funktionieren möchte. Austauschbar lassen sich Namen wie DJ Mustard einsetzen und von anderen Künstlern bekannte Werkzeuge werden nun von T.I. genauer unter die Lupe genommen. Dank der Fähigkeiten des Sängers wie im sehr präsenten „King“ und selbst dem im Refrain nervig auf Pop getrimmtem „New National Anthem“ sorgt der King für schwindelerregend schnelle und gut geölte Zeilen. Auch deswegen ist es so traurig, dass sich hinter dem Album kein Konzept entdecken lässt und der Künstler unkonzentriert auf dutzenden Hochzeiten tanzt.

Textlich ist das Album wirklich nicht der Rede wert und findet in Tracks wie „Private Show“ genreübergreifende Tiefpunkte. Dazu kommen ein paar strukturell sehr konservative und repetitive Lösungen wie in „Jet Fuel“ und „Stay“. Unter dagegen immer wieder gelungener Kunst versucht T.I. die Hörer mit Klasse zu erschlagen. Doch die Masse hinter Titeln wie „Light Em Up (RIP Doe B)“ macht sich auf „Paperwork“ deutlich bemerkbar. Das Album wird weder den hohen Ansprüchen an T.I. gerecht, noch liefert es besondere Momente für ein Genre, welches seine tiefen Momente vor geraumer Zeit aus den Augen verloren hat. Und selbst die loyalen Hörer werden sich bei einem zufriedenen Nicken zu den neuen Tunes nie darauf einlassen, diesen T.I. gegen seine glorreiche Vergangenheit einzutauschen.

Anspieltipps:

  • King
  • New National Anthem
  • Light Em Up (RIP Doe B)

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
5/10

Carlo Cokxxx Nutten IV
  • 2019    
Diskutiere über „T.I.“
comments powered by Disqus