Station 17 - Alles Für Alle - Cover
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Station 17 Alles Für Alle


  • Label: 17 Records/CARGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Beste der 80er, 90er und ein wenig Casper von heute.

Drehen wir die Boxen zur Genüge auf und schließen unsere Augen, dann funktioniert es. Station 17 entführen uns auf eine Party, die von den letzten Jahrzehnten getragen wird und ohne modernen Schnickschnack die synthetischen Töne der 80er- und 90er-Jahre regieren lässt. „Alles Für Alle“ geht dabei sehr exklusiv vor. Die Eröffnung „Kairo“ und viele weitere Nummern wie „Lass Es Frei“ und „Deine Zeichen“ sind eben nicht für jedermann. Hier klingen die letzten Ausläufer der Neuen Deutschen Welle durch, die sich stilistisch in den meisten Fällen jedoch schon in den Neunzigern befinden. Das klingt nach Herzblut und nach Überlegung, doch letztlich scheint das Ensemble Station 17 ein wenig zu seichtem Pop verfallen zu sein.

Wie so oft entscheidet der erste Titel eines Albums zwar nicht über das Gesamtbild einer Platte, gibt aber einen ersten Eindruck. „Kairo“ ist ein ganz netter, leicht zu lernender Track. Dank eines flotten Takts werden die guten drei Minuten nicht langweilig, doch wenn der Chorus ein wenig anziehen sollte, bremsen sich Station 17 aus. Und viel zu oft regt der Refrain des jeweiligen Stücks zum braven Mitklatschen ein. Wirklich in Fahrt kommt die Band komischerweise nur in den Strophen. Wenn Strizi Streuner und Findus reichlich inspiriert von Casper diesen unschuldigen Pop von früher unterstützen, weht direkt ein frischer Wind. Es kommt Bewegung in die sonst so lasch vorgetragenen Zeilen, bevor ein Refrain die höheren Schlagzahlen erneut verpuffen lässt.

„Alles Für Alle“ fühlt sich die meiste Zeit wie ein sehr privater Liebesbrief an etwas an, das nur die wenigsten noch lieben. Das schmälert in keiner Weise die mögliche Qualität dieses Albums, da es oft gut tut, wenn Bands ihren Weg gehen. Allerdings sind die Strukturen des 90er-Pops eher brauchbare Stangenware und ein echter Vibe wie im 80er-Tribut „Strand“ lässt sich nur selten ausmachen. In Zusammenarbeit mit dem treibenden Gesang der Gäste hätte sich eine zumindest unterhaltsamere Platte erschaffen lassen. Wahrscheinlich ist es auch der Neuen Deutschen Welle geschuldet, dass vieles so klingt, wie es klingt. Ohne einprägsame Melodien geben diese Gerüste aber nicht mehr als Durchschnitt her.

Anspieltipps:

  • Strand
  • Bellealliance
  • Alles Für Alle

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