Machine Head - Bloodstone & Diamonds - Cover
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Machine Head Bloodstone & Diamonds


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Selbst Machine Head haben künstlerisch noch ein wenig Luft nach oben.

Gut 20 Jahre nach ihrem gefeierten Debütalbum „Burn My Eyes” (08/1994) und einem darauffolgenden, nicht enden wollenden Siegeszug in der Heavy-Metal-Szene, sind die kalifornischen Progressive-Thrasher von Machine Head um Mastermind Robert Flynn (47) zwar längst in der Champions League des Genres angekommen, mit annähernd zweieinhalb Millionen verkauften Alben aber noch längst nicht im kommerziellen Metal-Olymp gelandet. Ihr neuester Longplayer „Bloodstone & Diamonds“ erscheint nun beim süddeutschen Kult-Metal-Label Nuclear Blast, nachdem die Band den ausgelaufenen Vertrag mit Roadrunner Records nicht verlängerte. Zudem wurde Gründungsmitglied und Bassist Adam Duce vor die Tür gesetzt und durch Jared MacEachern (Ex-Sanctity) ersetzt. Duce verklagte daraufhin seine alten Kollegen. So schafft man sich Freunde...

Mit dem von Juan Urteaga (Testament, Cattle Decapitation, Vicious Rumors, Vile) und Andy Sneap (Megadeth, Accept, Exodus, Kreator) sowie Colin Richardson (Sepultura, Slipknot, Trivium, Fear Factory) abgemischten Album legen Machine Head ein düsteres Werk vor, das von Themen wie Tod und Apokalypse geprägt ist. Dabei gehen Machine Head gewohnt verspielt, aber nicht auf Gedeih und Verderb progressiv vor. Vielmehr gestalten sie ihren Thrash Metal heuer sehr Old-School-like, lassen dazu Streicher und auch mal ein Piano erklingen und kommen trotzdem eher auf den Punkt, als auf „Unto The Locust“ (09/2011) und „The Blackening“ (03/2007). Dass die Songs dennoch im Schnitt sechs Minuten auf die Uhr bringen, ist eben typisch Machine Head.

Nichtsdestotrotz schöpfen Machine Head wieder aus dem gesamten Repertoire ihres Könnens und fahren tonnenweise Trademarks ihre Sounds auf: Doublebass-Geballer, tieftönende Riffs, Tempoverschleppungen und Breaks, rockige Parts und metallische Soli, Gang-Shouts und böses Grunzen. Damit tänzelt die Band gefährlich auf der Grenze zwischen opulent und überfrachtet und verliert dabei hier und da ein wenig den roten Faden. Vierminütige Intros wie in „Sail into the black“ sind jedenfalls eher etwas für Manowar, aber nicht für ein Thrash-Album.

So klingt „Bloodstone & Diamonds“ zwar immer noch mächtig, düster und böse, aber ohne dass die Genialität der Vorgänger erreicht wird. Mit diesem „Fluch“ müssen aber auch andere Bands leben, die nach einem Meisterwerk „nur“ noch ein starkes Album abliefern. Somit sei ein wenig Kritik auf hohem Niveau und die Erkenntnis erlaubt, dass selbst Machine Head künstlerisch noch ein wenig Luft nach oben haben.

Anspieltipps:

  • Now we die
  • Eyes oft he dead
  • In comes the flood
  • Ghosts will hunt my boney
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