Mary J. Blige - The London Sessions - Cover
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Mary J. Blige The London Sessions


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vier Wochen London und der Einfluss junger Künstler und aus Mary J. Blige wird wieder eine relevante Künstlerin.

Im vergangenen Jahr präsentierte Mary J. Blige (43) mit „A Mary Christmas“ (11/2013) ein ziemlich uninspiriertes Weihnachtsalbum, das in den USA immerhin mehr als 500.000 Einheiten umsetzen konnte. Im Sommer 2014 folgte mit dem Soundtrack „Think Like A Man Too“ (06/2014) das zwölfte Studioalbum der Königin des HipHop, Soul und R&B, das sich allerdings so miserabel wie keines ihrer Alben zuvor verkaufte. Doch anstatt eine Pause zu machen, legt die Sängerin schon wieder nach und versucht sich in ihrem mittlerweile 25. Karrierejahr neu zu erfinden.

Mary J. Blige reiste nach London, um in der britischen Metropole für einen ganzen Monat zusammen mit den UK-Durchstartern Sam Smith, Disclosure, Naughty Boy und Emeli Sandé sowie Jimmy Napes, Eg White und Sam Roman in den RAK Studios Songs aufzunehmen. Die Oberaufsicht an den Reglern hatte der amerikanische Produzent und Frauenversteher Rodney „Darkchild“ Jerkins (u.a. Janet Jackson, Beyoncé, Mariah Carey, Rihanna, Whitney Houston, Jennifer Lopez, Lady Gaga, Britney Spears, Toni Braxton), der dieses ungewöhnliche Projekt, einen Longplayer aus der Perspektive der Londoner Szene aufzunehmen, betreute.

Das Ergebnis ist ein sehr organisches Soul-Album, das den Geist Londons atmet und einen kompletten Gegenentwurf zu Bliges Heimat, der New Yorker Bronx, darstellt. In Anbetracht dessen, dass amerikanischer HipHop, Soul und R&B schon seit längerer Zeit in einem kreativen Loch stecken, war es also genau die richtige Entscheidung, neue Einflüsse aufzunehmen und dabei auf die Stars und Newcomer der britischen Szene zu setzen. Natürlich kann Mary J. Blige ihre Heimat und damit ihre Wurzeln nicht ganz abstreifen, was zum Beispiel in ihren Texten immer wieder durchscheint („Doubt“).

Zusammen mit Disclosure, Emeli Sandé und Co. wurde der festgefahrene Blige-Sound ordentlich renoviert, ohne dass die 43-Jährige ihre künstlerische Identität verliert. Denn die Ausgangslage bleibt ähnlich: Wir hören klassischen R&B („Therapy“, „Whole damn year“) und Soul-Balladen („Not loving you”), aber auch aufregende Songs mit neuen Dance- und House-Music-Einflüssen („Right now“, „My loving“, „Nobody but you“, „Pick me up“, „Follow“). Damit zieht sich Mary J. Blige aus dem aktuellen Sumpf der US-HipHop-, Soul- und R&B-Szene und macht sich für eine jüngere Generation wieder relevant.

Anspieltipps:

  • Doubt
  • My loving
  • Not loving you
  • When you’re gone
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