New Build - Pour It On - Cover
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New Build Pour It On


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 56 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Seichter, berechenbarer Synth-Pop, Klappe, die Zweite.

Nach einem eher enttäuschenden Debüt veröffentlichen Al Doyle und Felix Martin des Alt-Dance-Acts Hot Chip und Tom Hopkins ihr Zweitwerk. „Pour It On“ bleibt erneut hinter den Versprechungen der zurückliegenden Karrieren der Bandmitglieder zurück. Dabei hat sich das Trio dieses Mal an einem etwas anderem als dem von „Yesterday Was Lived And Lost“ bekannten Sound ausprobiert. Jedoch ohne sich dabei zu weit aus dem Fenster in unbekannte Landschaften zu lehnen.

Dafür klingt der neue Longplayer zu abgedroschen, zu sehr nach einer Mischung der sphärischen Dance-Tracks, die uns Gruppen wie Röyksopp oder Zoot Woman kurz nach der Jahrtausendwende bereits um die Ohren hauten. Mit dem Unterschied, dass New Build den Lyrics mehr Bedeutung beimessen und die zuerst genannten damals schon kreativer waren. Hinzu kommt, dass die Lyrics kaum als Verkaufsargument für das Album dienen dürften.

Der Opener „The Sunlight“ ist ein viel zu lang geratener Track voll von den schon so oft bemühten Retro-Sounds alter Sci-Fi-Filme, sphärischer Synthies und einschläferndem Gesang im Duett, der selbst dann dafür sorgt, dass der Track auf der Stelle tritt, wenn die Beats und das Keyboard ein bisschen an Fahrt aufnehmen. Von dem Modus der Eintönigkeit kommt der Gesang auch in den Folgetracks nicht weg, was den eigentlich eher temporeicheren Tracks ordentlich den Spaß raubt und dem Hörer höchstens ein Gähnen entlockt. „Your Arrival“ setzt mit einem nie endenden Build-Up und hallendem Gesang allerdings noch einen drauf. Da reißt auch die neue Frauenstimme nichts mehr raus.

Immerhin „Strange Network“ hilft dem Album, ein wenig aus dem Trott zu kommen und den Weg für „Luminous Freedom“ zu pflastern, der zwar genau wie „White Sea“ an keinem Vergleich mit „Poor Leno“ vorbeikommen wird, im Gegensatz zu letztgenanntem aber im Refrain genug Fahrt aufnimmt, um ein wenig aus der öden Masse des Albums hervorzutreten. Mit der Hoffnung hat es sich aber auch schnell wieder, bis zum aus dem Rahmen fallenden „Different Kind“ kämpft man sich in einem Zug kaum durch. Die Ballade („Witness“) und der vor sich hin dümpelnde Closer mit Überlänge und erneut komplett ziellosem Build-Up, als käme da jetzt noch was, kann man sich im Anschluss gerne sparen.

Anspieltipps:

  • Luminous Freedom
  • Different Kind

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