Stars - No One Is Lost - Cover
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Stars No One Is Lost


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 48 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Album Nummer sieben der Kanadier: Mehr Melancholie, als der Titel verspricht.

Die fünf Mitglieder der kanadischen Gruppe Stars haben sich zu Beginn dieses Jahrtausends einen Namen ausgesucht, der sie nicht nur automatisch in die Lüfte hebt, sondern auch gewisse Erwartungen weckt. Die Tatsache, dass Torquil Champbell und Amy Millan (am Mikrofon), Chris Seligman (am Keyboard), Evan Cranley (an Bass und Gitarre) sowie Pat McGee (am Schlagzeug) noch immer durch das Indie-Universum geistern und eine gewisse Anziehung auf ihre Umlaufbahn ausüben, spricht eigentlich für die Band. Nun zaubern sie ihr mittlerweile siebtes Studioalbum aus dem Hut und versprechen im Titel: „No one ist lost“. Viel Wirbel um nichts?

Zunächst darf gesagt werden, dass die elf Songs direkt aus dem All zu kommen scheinen. Sie sind träumerisch und versprühen eine gewisse Schwerelosigkeit. Gedankenverloren beginnt man mitzuwippen, wenn die tranceartigen Momente in nahezu tanzbare Discobeats umschwingen. Verliert man sich nicht in diesem Augenblick, könnte es passieren, dass man sich den Lyrics hingibt und innehält. Denn trotz des überaus positiven Albumtitels geht es hier durchaus um Verlust, um das Zurückbleiben, um Flüchtigkeit. Den Melodien ist der Schmerz nur unterschwellig anzuhören, versuchen sie doch mit einer gewissen Leichtigkeit zu überspielen, was da besungen wird. „I don’t care if we ever come back from the night“ im ersten Track klingt nicht annähernd so affirmativ wie der Titel des Gesamtwerks.

Dieser Spagat zwischen Aufmunterung und Melancholie gelingt streckenweise richtig gut (z.B. in „Trap Door“), denn der Hörer kann sich entscheiden, auf einen recht positiven Beat zu tanzen und das Leben zu genießen oder den Lyrics zu lauschen und sich der süffisanten Tragik hinzugeben, die die Band in den Zeilen versteckt. Was leider fehlt ist das Eingängliche, denn irgendwie wirkt das Album durch seine zwiespältige Stimmung etwas vergänglich, so, wie das mit den meisten Stars und Stern(ch)en nun mal früher oder später ist. Die Kanadier haben jedoch bewiesen, ihren Platz da oben verdient zu haben. Album Nummer sieben spricht ihnen diesen Standort sicherlich nicht ab, sie hätten aber ruhig - sowie beispielsweise im letzten Titel - ein bisschen mehr nach den Sternen greifen dürfen.

Anspieltipps:

  • From the night
  • This is the last time
  • Trap door
  • No one is lost

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