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Jimi Hendrix Soundtrack: Rainbow Bridge (Re-Release)


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das zweite posthum veröffentlichte Jimi-Hendrix-Album ist nun erstmals auf CD erhältlich!

Aus der jahrelangen und bis dato fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen Sony Music und den Nachlassverwaltern von Gitarrengott Jimi Hendrix, gehen nach zuletzt zwei Album-Veröffentlichungen im vergangenen Jahr („People Hell And Angels“ sowie „Miami Pop Festival“), auch in diesem Jahr zwei weitere Releases an den Start. Mit diesen Longplayern wird die Geschichte nach Hendrix´ Tod wieder in gerade Bahnen gerückt.

Vor seinem Tod arbeitete Jimi Hendrix an zahlreichen neuen Songs, die als Doppelalbum unter dem Titel „First Rays Of The New Rising Sun“ erscheinen sollten. Dazu hatte er seine „Jimi Hendrix Experience“ neu gegründet, die nun aus Drummer Mitch Mitchell und Billy Cox (Bass) bestand. Dazu gaben sich diverse Gastmusiker wie zum Beispiel Buddy Miles, Steve Winwood, Buzzy Linhart oder auch Noel Redding in den frisch eröffneten Electric Lady Studios in New York City die Klinke in die Hand. Die Veröffentlichung von „First Rays Of The New Rising Sun“ in der ursprünglich geplanten Form fand allerdings nie statt. Erst im Jahr 1997 erschien ein Album gleichen Namens, das so zusammengestellt war, wie es Jimi Hendrix damals gemacht haben könnte. Nun ja... Neben kommerziellen Aspekten gehörte zu dieser Release-Politik wohl auch ein bisschen Hellseherei dazu.

Statt der Veröffentlichung als Doppelalbum, hatte Hendrix-Manager Michael Jeffery den Produzenten Eddie Kramer, Tontechniker John Jansen und Drummer Mitch Mitchell im Jahr 1971 beauftragt, aus „First Rays Of The New Rising Sun“ zwei getrennte Alben zu machen. Auch hier dürfte der kommerzielle Gedanke an erste Stelle gewesen sein. Und so entstanden mit „The Cry Of Love“ (02/1971) und „Rainbow Bridge“ (10/1971) die ersten posthumen Werke nach dem Tod von Jimi Hendrix am 18. September 1970.

„Rainbow Bridge” ist weder ein echtes Live-, noch ein Soundtrack-Album, wie der Titel weißmachen will. Das von Eddie Kramer und Mitch Mitchell kompilierte Werk, das mit dem gleichnamigen Chuck-Wein-Film eigentlich gar nichts zu tun hat, außer dass es ein paar Live-Ausschnitte von Jimi Hendrix zu sehen gibt, featured mit „Hear my train a comin‘“ lediglich einen einzigen Live-Track und wird ansonsten mit Songs aus den „First Rays Of The New Rising Sun“-Sessions gespeist. Diese wurden in der Besetzung Hendrix/Cox/Mitchell eingespielt, allerdings offiziell nie fertiggestellt. Dies übernahmen wie schon für „The Cry Of Love“ Mitch Mitchell und Eddie Kramer.

Sämtliche Songs auf „Rainbow Bridge” wurden später auf den 1997er Compilation-Alben „South Saturn Delta“ und „First Rays Of The New Rising Sun“ nochmals verbraten, kommen aber in dieser Form und Reihenfolge nun erstmals auf CD auf den Markt. Sie zeigen Jimi Hendrix weniger als den Songwriter im Prozess des Wandels wie auf „The Cry Of Love“, sondern mehr als experimentierfreudigen Gitarristen („Pali gap“), der die amerikanische Nationalhymne in Stücke sägt („Star spangled banner“) und einfach Freude an exzessiven Riffs und Klangspielereien hat („Room full of mirrors“).

Darüber, ob und wie Hendrix die vorliegenden Stücke auf einem Album veröffentlicht hätte, kann heute nur gerätselt werden. Tatsächlich erweckt „Rainbow Bridge” ab und an den Eindruck einer zusammengewürfelten Jamsession mit Höhepunkten, aber auch latent unfertig wirkenden Stücken. Auf dem Niveau eines Jimi Hendrix und verglichen mit anderen Künstlern, ist dies aber immer noch Gold wert.

Anspieltipps:

  • Dolly dagger
  • Room full of mirros
  • Star spangled banner
  • Hear my train a comin‘
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