Greylag - Greylag - Cover
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Greylag Greylag


  • Label: Dead Oceans/CARGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mühe alleine genügt nicht. Greylag gehen bei ihrem Folk-Rock engagiert und leidenschaftlich zu Werke, die Songs haben aber nur eine relativ kurze Halbwertszeit.

Das Trio Greylag aus Portland, Oregon, spielt Folk-Rock, der sowohl akustische Momente wie auch zupackend rockende Aspekte aufweist. Ihre Vorlieben lassen sich bis in die 1960er-Jahre zurückverfolgen, sie bringen aber auch aktuelle Indie-Folk-Strömungen ein. Die Kompositionen sind allerdings nicht so verschnörkelt, wie es der Hippie-Folk-Rock früher manchmal war. Greylag setzen auf schnell ins Ohr gehende Songs, die sie mit Nachdruck instrumentieren. Unter anderem lassen sie bei „Black Sky” sogar den Geist von Led Zeppelins „The Battle Of Evermore“ aus der Flasche.

Die Band hat also vielversprechende Ansätze und umfangreiche popmusikalische Kenntnisse, die sie versucht, für ihre Musik in Einklang zu bringen. Greylag sind auch mit Elan bei der Sache und setzen ihre Songs mit Energie und Leidenschaft um. Leider fehlen ihnen die ausgefeilten, speziellen Kompositionen, die sie unverkennbar machen. Die Lieder erregen zunächst Aufmerksamkeit, nutzen sich bei häufigerem Hören aber auch schnell ab. Der Mix aus Classic- und Modern-Folk-Rock sowie zusätzlich zusammengesuchten Versatzstücke aus der Rock- und Folk-Historie reicht alleine nicht aus, um nachhaltig zu überzeugen. Greylag versuchen es mit der Brechstange, das Wohlwollen des Hörers zu erlangen. Sie wollen durch häufiges Wiederholen des Refrains Intensität und Nachdruck erzeugen, was aber öfter nach hinten los geht und dann nur noch aufdringlich wirkt.

Das definitiv vorhandene Potential der Musiker kann diese Defizite leider nicht wett machen. Vielleicht hätte die Band zunächst ein Cover-Versionen-Album aufnehmen sollen, um sich an vorhandenen Vorlagen zu schulen und im Zusammenhang mit diesem Umgang an der eigenen Identität zu feilen. Produzent Phil Egk, der schon mit den Fleet Foxes gearbeitet hat, führte die Band an der langen Leine und sorgte nur für einen professionellen Sound, statt richtungsweisende, qualitätssichernde Tipps anzubringen. Somit hat auch er einen Anteil an dem nicht zufriedenstellenden Ergebnis.

Anspieltipps:

  • Black Sky
  • Arms Unknown
  • One Foot

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