Band X - The Best Of Band X - Cover
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Band X The Best Of Band X


  • Label: BBE/ALIVE
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Rarer Jazz aus den 70er-Jahren als Neuauflage. Band X geben sich nicht übertrieben intellektuell und sind deshalb auch heute noch recht angenehm anzuhören.

Was großspurig als Best-of-Album angekündigt wird, ist in Wirklichkeit die einzige reguläre Veröffentlichung dieses Jazz-Quartetts um den Produzenten, Arrangeur, Komponisten und Musiker Craig Peyton. Diese Aufnahmen sind eine Wiederveröffentlichung aus dem Jahr 1976 und waren der Startpunkt der Karriere von Peyton, die ihn unter anderem auch mit James Brown zusammenführte. Band X erzeugen verspielte Jazz-Gebilde, die mit Vibraphon-Einlagen, die klar wie ein Bergsee schimmern, gespickt sind. Man kann den Sound mittig zwischen entspanntem Lounge-Feeling und Feuilleton-Beitrags-Untermalung einordnen. Die Musik eignet sich zum angeregten Entspannen, aber auch zum konzentrierten Zuhören. Sie ist nicht zu aufdringlich, aber auch nicht zu seicht und will nicht krampfhaft intellektuell wirken. Die Kompositionen fußen dabei im Allgemeinen auf ausgeklügelten Melodien, die nicht zu künstlich und auch nicht zu abgegriffen sind.

Das ist Konsens-Jazz, der auch Musikliebhaber, die keinen modernen Jazz mögen, nicht aufregen wird. Als Eckpunkte kann man hier Ralph Towners Oregon und das Dave Pike Set nennen. Diese Spielart des Jazz versinkt bei aller Komplexität selten in purem akademischem Gedudel. Diese Möglichkeit wird in Verbindung mit lautmalerischen Improvisationen nur beim Abschluss-Track „Black Hole“ ausgewalzt, was diese Komposition als Außenseiter dastehen lässt. Grundsätzlich bewahrt sich die Band meistens eine gewisse Leichtigkeit als Grundstimmung. Gepaart mit Bläsern kann es sogar phasenweise zu einer Verballhornung von Blasmusik kommen („Picking Mushrooms With Rabbit“).

Am besten unterhalten die Titel, die auf einen Groove aufbauen („Rip Van Winkle“) und zusätzlich mit Gesang versehen wurden („Afterthought“). „Home“ offenbart sogar Singer/Songwriter-Qualitäten. Vibraphon und Klarinette sorgen hier für die melodische Führung. Gesanglich sowie kompositorisch bewegt sich der Track auf den psychedelischen Folk-Jazz-Spuren von Kevin Ayers.

Fazit: Die Musik von Band X hat sich über die Jahrzehnte recht gut gehalten, so dass sie auch als Neuaufnahme durchgegangen wäre.

Anspieltipps:

  • Rip Van Winkle
  • Afterthought
  • Picking Mushrooms With Rabbit
  • Home

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