DJ Koze - Reincarnations Part 2 - Cover
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DJ Koze Reincarnations Part 2


  • Label: Pampa Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 77 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Entspanntes Set an Techno-Remixes von Kosi himself.

Ein bisschen Selbstbeweihräucherung im Intro und anschließend Paarungstanz mit den ganz Großen. Der selbsternannte „All-time best Remixer“ Stefan Kozalla kann es sich durchaus leisten, Electronica-Legenden wie Matthew Herbert oder Mount Kimbie zu remixen. Sinn macht es zumindest allemal, schließlich lautet der Untertitel des Werks „Remixes 2009-2014“. Natürlich pickt er sich da die Schmuckstücke raus, obwohl es verwundert, dass das Line-up im Vorgängerpart nicht ganz so renommiert war - wenn auch genauso wenig zu unterschätzen. Das war das 2009er „Reincarnations Part 1“ und drehte sich um den Zeitraum 2001 bis 2009.

So präsentiert Herr Kozalla als DJ Koze auf seinem zweiten Reincarnations-Teil wieder ein persönliches Best-of der eigenen Techno-Remixe der vergangenen Jahre. Wie gewohnt taucht er die Originaltracks dabei in eine entspannte Atmosphäre aus unaufdringlichen Techno-Beats und geradezu organisch-warmen Instrumenten-Samples. Der einzige Track, der mit viel Energie aufwartet, ist Kozes Remix von Moderats allseits beliebtem „Bad Kingdom“. Doch selbst dieser Track orientiert sich am esoterischen Konzept des Longplayers.

Aus den beiden Herbert-Tracks macht Koze klare Stücke, die er von unruhiger Vielschichtigkeit, Markenzeichen Herberts, zu strukturierten Beats und weniger Gefrickel reduziert. „You Saw It All“ wird dabei interessanterweise zu einem hüpfenden Jazz-Stück mit Klatsch-Rhythmus. Aus den drei folgenden Tracks macht er ziemlich geradlinigen Techno, der erst gegen Ende auflebt und sich noch mehr dem Original hingibt. Nur bei Caribou lässt Koze es sich nicht nehmen, den Gesang früher einzuspielen. Eine passende Überleitung zu „Golden Song“, der neben Gitarrenmelodie und Trompeten auch mit mehr Gesang besticht.

Der Big Crunch Theory Remix hingegen wirkt durch die gesäuselten Lyrics und fehlende Abwechslung ein bisschen fehl am Platz. Dafür klingt der Gesang von Soap & Skin mit der fegenden Percussion großartig. Sanft und ruhig endet die Compilation schließlich auch. Ohne Beats, doch im Gegenzug viel Verzerrung. Mit dem Apparat-Remix findet das Album schließlich einen leicht noisigen aber durchaus fulminanten Abschluss.

Herr Kozalla hat aus der Arbeit der letzten Jahre eine schöne Auswahl getroffen, auch wenn man einerseits mehr Tempo und andere Tracks vermisst (der Remix für Efdemin beispielsweise), andererseits die Auswahl an offiziell veröffentlichten Remixen ohnehin nicht allzu groß war. Trotzdem ist es immer schön, wenn sonst eher rare Tracks einen größeren Release erhalten, wie eben „Golden Song“.

Anspieltipps:

  • Faith
  • Marche Funèbre
  • Keep Me In My Plane
  • Golden Song

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