Santé - Current - Cover
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Santé Current


  • Label: Avotre/Rough Trade
  • Laufzeit: 68 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Grau in Grau: Die Farben der Monotonie.

Künstler zieht nach Berlin, kämpft sich trotz vergeigter Eignung zum Musikstudium ins Business, wird von größerem Act (in dieser Rolle: Tiefschwarz) entdeckt und entwickelt sich selbst zu scheinbar aufstrebendem Producer und DJ. Soweit so unspektakulär. Eigentlich ist dagegen ja nichts einzuwenden. Das mit einem solchen Werdegang verbundene Glück und das Talent sind vielmehr bewundernswert.

Schade nur, wenn sich das fehlende Spektakel in der Karriere auch in der Musik widerspiegelt. Santé, bürgerlich Philipp Maier, veröffentlicht nach vielzähligen EPs und Singles sein Longplay-Debüt. „Current“ leidet trotz der fünf Jahre dauernden kreativen Vorbereitungszeit sehr unter eintönigen Beats und geradlinigen Songstrukturen. Die Monotonie, die das Album somit durchzieht, können leider auch die Gesangseinlagen nicht mehr wettmachen. Zumal diese sich auch gerne auf das stetige Wiederholen ein- und derselben Textzeile beschränken. Beste Beispiele sind „Waiting“ und „Awake“.

Insofern ist „Current“ trotz teils massiver Bässe und einem, so viel muss man Santé lassen, verhältnismäßig hohem Anteil an Lyrics ein Album zum Nebenbeihören. Selbst hartnäckige Clubgänger dürfte die unveränderte Four-to-the-Floor-Formel auf Albumlänge hart nerven. Kleine Experimente wie im „Interlude“ sind da immer willkommen, steigern aber die Sehnsucht nach etwas Abwechslung noch mehr. Kleine Spielereien wie orgelhafte Moog-Sounds („Tongue“), jaulende Chöre („Time To Pray“) oder ein allgemeiner Hang zum Soul sind einfach nicht genug, um das Prädikat „innovativer Producer“ weiter zu rechtfertigen. So bleibt es bei kleinen Nuancen, denen Santé sich mit Scheuklappen hingibt, die aber ein minimalistisches Gesamtbild ergeben: Grau in Grau.

Anspieltipps:

  • Intimacy
  • Turn It Up

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