Jethro Tull - WarChild (40th Anniversary Theatre Edition) - Cover
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Jethro Tull WarChild (40th Anniversary Theatre Edition)


  • Label: Chrysalis/WEA
  • Laufzeit: 205 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Erweiterte und von Steven Wilson neu abgemischte Auflage des siebten Studioalbums von Jethro Tull.

Die Reise durch den Backkatalog von Jethro Tull geht weiter. Nicht ganz fünf Monate nach der Luxus-Neuauflage des 1973er Werks „A Passion Play“ (07/2014), dem sechsten Studioalbum der britischen Art-Rocker, steht nun das ähnlich aufgemachte Luxus-Box-Set des ursprünglich im Oktober 1974 veröffentlichten „WarChild“ an.

Als Jethro Tull mit „A Passion Play“ auf Tour waren, entstand eine Vielzahl neuer Stücke für ihr kommendes Studioalbum, für das zudem Überbleibsel der „A Passion Play“-Sessions genutzt werden sollten, die in das erste Quartal des Jahres 1973 zurückreichen. Angedacht war, dass „WarChild“ als Soundtrack der Bestandteil eines Filmprojekts werden sollte. Doch zu dem geplanten Film kam es nie, sodass „WarChild“ in seiner ursprünglichen Form ein zehn Tracks umfassendes Werk blieb, das trotz seines cinemaesken Hintergrunds deutlich songdienlicher als seine Vorgänger ausfiel (die beiden längsten Stücke „Back-door angels“ und „Two fingers“ überschritten gerade einmal die 5-Minuten-Marke).

Das bedeutete aber nicht, dass Jethro Tull auf progressive Elemente verzichtet hatten und plötzlich auf die Single-Charts schielten, auch wenn „Bungle in the jungle“ in der Tat im Radio gespielt wurde. „WarChild“ enthielt eine erzählerische Komponente, die auch, oder gerade wegen ihrer kompakten Strukturen gut funktionierte und dadurch eingängiger wirkte. Fans der frühen Werke warfen der Band zwar eine Anbiederung an den Mainstream vor, doch verbuchen wir die kompakteren Kompositionen Jethro Tulls einfach unter „Entwicklung“. Denn wer auf einem Album ausgiebige Gitarrensoli mit Orchester- und Akkordeon-Klängen paart, dem kann ein Hang zur Frickelei nicht angesprochen werden. Zudem griff Ian Anderson neben seiner Flöte auch zum Saxofon, was den Sound zusätzlich veränderte.

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Die erneute Wiederveröffentlichung dieses Werks stellt die erste erweiterte Neuauflage aus dem Jahr 2002 deutlich in den Schatten. Wiederum durfte Steven Wilson den Sound überarbeiten und sowohl einen Stereo-Mix als auch einen 5.1 Surround-Mix anfertigen. Dazu kommen diverse Bonustracks, unter denen sich zehn Orchesterstücke befinden, die einen Aufschluss darüber geben, wie der komplette Soundtrack zum „WarChild“-Filmprojekt geklungen hätte.

Auf nunmehr zwei CDs und zwei DVDs, ergänzt um ein reichbebildertes, achtzigseitiges Begleitbuch (der Begriff „Booklet“ wäre hier völlig fehl am Platz), wird „WarChild“ in vorbildlicher Form aufgearbeitet. Der aufgefrischte Sound ist für ein 40 Jahre altes Album ausgesprochen gut und die „neuen“ schlanken Songstrukturen im Hause Jethro Tull eine willkommene Abwechslung für den Hörer. Fazit: Ergänzt um die bis dato unveröffentlichten „WarChild Orchestral Recordings“, ergibt dieses Werk vielleicht erst jetzt den richtigen Sinn.

Anspieltipps:

  • Ladies
  • WarChild
  • Saturation
  • Back-door angels
  • The third hoorah
  • Waltz of the angels
  • Tomorrow was today
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