Adoro - Nah Bei Dir - Cover
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Adoro Nah Bei Dir


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Adoro bleiben ihrem Konzept gnadenlos treu. Doch bleiben auch die Hörer Adoro treu?

Mit der Compilation „Das Beste” (10/2013) erfüllten Adoro ihren Vertrag nach sieben Jahren bei Polydor Records und wechselten nach sieben Produktionen für das Universal-Label mit ihrem neuen Werk „Nah Bei Dir“ zum Konkurrenten Columbia Records (Sony Music). Dort wollen die zum Quartett geschrumpften Peter Dasch, Nico Müller, Jandy Ganguly und Assaf Kacholi (der Schwede Laszlo Maleczky verließ die Gruppe im Jahr 2013) an die Erfolge ihrer ersten vier Studioalben anknüpfen, die allesamt die Top 5 der deutschen Charts erreichten.

Ihr Rezept dazu ist nahezu gleichgeblieben. Sie covern bekannte Titel der Popmusik und verfrachten diese in ein Klassik-Pop-Korsett, dessen zentrales Mittel die klassisch ausgebildeten Bariton-Stimmen der Sänger darstellen. Auf „Nah Bei Dir“ wird dazu das Zeitalter des Swing der 50er und 60er Jahre als stilistisches Bonbon eingeführt. Hierin finden sich nun Titel von (u.a.) Xavier Naidoo, Sportfreunde Stiller, Peter Fox, Heinz Rudolf Kunze, Tim Bendzko und Marius Müller Westernhagen wieder.

Doch zuerst wird mit Louis Armstrongs immer wieder gern gecovertem Klassiker „What a wonderful world“ ein üblicher Verdächtiger ins Rennen geschickt, mit dem sich nicht viel falschmachen lässt. Erst danach beginnt der bedächtige Ritt durch so unterschiedliche Songs wie „Applaus, Applaus“, „Ich atme ein“, „Lass uns leben“ oder „Haus am See“, die von Adoro in gewohnt symphonische Breitwandgewänder gesteckt und mit inbrünstiger Gesangsleistungen veredelt werden. Dabei scheint nur wichtig zu sein, dass die Melodien der Originale bekannt und leicht eingängig sind. Das hilft bei der Identifikation des Hörers mit den neuen Versionen, die sich als hervorragende Lounge-Musikstücke herausstellen, was nicht jeder Hörer als Kompliment auffassen dürfte.

Gediegen und sanft swingen und croonen sich die vier Meistersänger durch Klassiker wie „Close to you“ (Carpenters), „Smile“ (Charlie Chaplin) und „La mer“ (Charles Trenet) sowie Chartware der letzten 30 Jahre („Mit Leib und Seele“, „Lass und leben“, „Nur noch kurz die Welt retten“, „Applaus, Applaus“). Dabei nehmen sie aus fast jedem Song das Tempo und das Dringliche heraus und fordern ihre Hörer zum Relaxen auf. Das machen die vier durchaus gut, doch es kann nicht verhehlt werden, dass aus dem Konzept, Popsongs in Klassik-Gewänder zu stecken, ein wenig die Luft raus ist und ein Album wie „Nah Bei Dir“ relativ schnell langweilig wird.

Anspieltipps:

  • Das Meer
  • Lass uns leben
  • Applaus, Applaus
  • Wo willst du hin
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