Aretha Franklin - Sings The Great Diva Classics - Cover
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Aretha Franklin Sings The Great Diva Classics


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zehn Coverversionen von zehn herausragenden Originalen. Grundsätzlich okay und doch überflüssig.

Auch wenn Aretha Franklin (72) auf ihren zahlreichen Alben immer wieder mal den einen oder anderen Song in Eigenregie geschrieben hat, lässt sie sich ihre Songs seit über fünf Dekaden in aller Regel von externen Songwritern auf den Leib schneidern und scheut auch vor Coverversionen nicht zurück. Da ist es wohl nur konsequent, dass die Königin des Soul das Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr mit einem Longplayer anreichert, auf dem ausschließlich Coverversionen zu hören sind. Und doch muss die Frage erlaubt sein, ob ein ganzes Album nur mit Coverversionen, von denen die (immerhin sehr gut ausgewählten) Originale kaum zu übertreffen sind, tatsächlich der Weisheit letzter Schluss ist.

Aretha Franklin, die mit 72 Jahren aussieht, als sei sie gerade einmal Anfang Fünfzig, hat von ihrer Stimmkraft scheinbar nichts eingebüßt. Es sei denn, ihre produzierenden Begleiter im Studio (Kenny „Babyface“ Edmonds, André „3000“ Benjamin, Harvey Mason Jr., Terry Hunter und Label-Boss Clive Davis) haben etwas nachgeholfen. Doch wen sollte das ernsthaft interessieren? Heutzutage erscheinen perfekt produzierte Alben von Menschen, die überhaupt nicht singen können. Also Schwamm drüber!

Die Soul-Diva hat sich für ihr ca. 39. Studiowerk zehn Stücke ausgesucht, die im Original u.a. von Sinead O’Connor, Alicia Keys, Adele, Gladys Knight, Gloria Gaynor, Barbra Streisand, Etta James, Chaka Kahn und Whitney Houston gesungen wurden. Dabei sind die Interpretationen, was die Arrangements angeht, nur selten von überraschender oder besonders kreativer Natur. So wird aus der Tränenballade „Nothing compares 2 U” ein perlender Jazz-Swing, aus Alicia Keys´ „No one“ ein Reggae und „You keep me hangin‘ on“ (The Supremes) zu einer Disco-Nummer.

Andere Titel wie „At last“, „I will survive“ oder auch „Rolling in the deep“ wirken dagegen im Vergleich zu den Originalen nahezu unverändert, nur eben etwas moderner eingespielt und produziert. Das erweckt den Eindruck einer gehobenen Karaoke-Veranstaltung aus der Jukebox, die dem Genius einer Aretha Franklin nicht gerecht wird.

Anspieltipps:

  • At last
  • No one
  • I will survive
  • Rolling in the deep
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