Elisa Ambrogio - The Immoralist - Cover
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Elisa Ambrogio The Immoralist


  • Label: Drag City/Rough Trade
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Girl-Pop trifft Shoegazer-Rock mit Candy-Stimme.

Elisa Ambrogio ist Sängerin und Gitarristin der amerikanischen DIY-Band Magik Markers und veröffentlicht nun ihr erstes Soloalbum. Bei den Magik Markers übernimmt sie eine tragende Rolle, neben ihrer Stimme trägt sie mit dröhnenden und lärmenden Stromgitarren einen wesentlichen Teil zum Lo-Fi-, Noise-Punk-, Psychedelic- und Space-Sound des Trios bei. Jetzt im Alleingang sieht die Sache etwas anders aus.

„The Immoralist“ ist der Titel ihres Debüts, das mit „Superstitious“ einen lupenreinen Girl-Popsong abliefert, wobei ihre Stimme klar und hell hervorscheint und von wiederkehrenden weiblichen ‚Na na nas‘ begleitet wird. Das nachfolgende „Reservoir“ hat etwas dunklere Noten, dennoch bleibt genug Candy übrig. „Mary Perfectly“ rumort mit schwerem Schlagwerk, dem jedoch die zuckersüße Stimme Ambrogios entgegengesetzt wird und die lärmenden Gitarren zwinkern The Jesus And Mary Chain zu, Dream- trifft noisigen Shoegazer-Pop.

Die „Clarinet Queen“ geht mit Bass- und Gitarrenlinien schnurstracks geradeaus und Elisa legt gleichförmige, dennoch sauber-schöne Gesangsparts darüber. In „Kylie“ sägt vermutlich ein Cellobogen über irgendwelche Saiten, das Piano tupft in Moll und Dur, die Stromgitarre zaubert atmosphärische Effekte und Elisa Ambrogio sprechsingt einer Patti Smith zu Zeiten von „Radio Ethiopia“ gleich. „Far From Home“ lässt Candy-Pop und Shoegazer-Gitarren-Geklimper aufeinander treffen und das stolpernd-holpernde „Stopped Clocks“ hätte sich auch auf einer Magik Markers-Scheibe sehen und hören lassen können.

„Comers“ hat etwas verdrogtes, das Ambrogios Stimme ins psychedelische Licht rückt, dagegen wiegt uns das instrumentale „Fever Sealed Yes Forever“ mit Akkordeon oder Harmonium in einen tranceartigen Zustand. Das finale „Arkansas“ lässt abermals die Kontraste Candy- auf Dark-Pop treffen, danach ist die Stille wie ein Loch, das wir für einen neuerlichen Durchlauf nutzen sollten. „The Immoralist“ ist eine Art Zwischendurch-Platte, die nie so ganz ihr Geheimnis preisgeben und sich nicht zwischen Girl-Pop und Shoegazer-Rock entscheiden will. Dabei hat das ganze einen ganz eigenen Lo-Fi-Charme, sicherlich der Candy-Stimme Elisa Ambrogios geschuldet.

Anspieltipps:

  • Superstitious
  • Mary Perfectly
  • Comers
  • Arkansas

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