Calvin Harris - Motion - Cover
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Calvin Harris Motion


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch auf seinem vierten Album variiert Calvin Harris seine Erfolgsformel nur marginal.

Nach zwei Nummer-eins-Alben in Folge in Großbritannien („Ready For The Weekend“ im Jahr 2009 und „18 Months“ im Jahr 2012), meldet sich der schottische DJ, Songschreiber, Sänger und Produzent Calvin Harris (30) mit seinem mittlerweile vierten Studioalbum „Motion“ auf dem Dancefloor zurück. Vorab wurden aus „Motion“ bereits die Songs „Under control“ (feat. Hurts), „Summer“ und „Blame“ (feat. John Newman) sowie „Outside“ (feat. Ellie Goulding) ausgekoppelt. Die ersten drei landeten im UK souverän auf Platz eins. Doch auch das restliche Europa und sogar die Amerikaner kauften die Singles wie schon bei den vorherigen Alben in ungewöhnlichen Mengen, sodass Calvin Harris inzwischen zu den großen kommerziellen Zugpferden der Dance-Pop-Szene zählt.

Deshalb galt es, am Konzept von „Motion“ im Vergleich zu „18 Months“ nicht viel zu verändern. Man nehme ein paar gut tanzbare Tunes in Verbindung mit eingängigen Melodien und koppele diese mit den Stimmen von mehr oder weniger bekannten Damen und Herren der Popmusik. Anstatt Rihanna, Kelis, Example, Tinie Tempah und Ne-Yo sind heuer unter anderem Tinashe, Gwen Stefani, Haim und Big Sean am Start, um den nur wenig abwechslungsreichen Dance-Pop des Schotten zu pimpen.

„Motion“ stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass ein komplettes Album noch lange nicht funktionieren muss, auch wenn sich darauf vier bis fünf potenzielle Hitsingles befinden. Calvin Harris ist nämlich einer dieser Produzenten und Songschreiber, die eine Masche bis zum Erbrechen totreiten. So erkennt der Hörer zwar eine durchaus vorhandene Qualität bei der einen oder anderen Idee, doch die Methoden sind immer dieselben: Der Rapper, der zu bollernden Beats ein paar Rhymes absondert (hier: Big Sean in „Open wide“) und das Engelsstimmchen, das zu einer süßlichen Melodien zwitschern darf (erneut: Ellie Goulding in „Outside“). Spannend ist in der Tat etwas anderes.

Auf diese Weise fördert der Kollaborationswahnsinn einige Schrecklichkeiten wie das windschiefe Geträller einer Gwen Stefani („Together“) oder den schmachtenden Trief der Herren von Hurts zutage („Ecstasy“). Dazu pumpen Beats, die sich keines noch so platten Effekts schämen („Burnin“) und immer wieder in die Synthieschleife des 2012er Riesenhits „We found love“ (feat. Rihanna) geraten („Outside“). So reiht Calvin Harris ein Bausteinchen an das nächste und kopiert gnadenlos seine Erfolgsformel. Das wäre durchaus in Ordnung, würde es den vorherigen Longplayer in exakt der gleichen Machart nicht geben und „Motion“ damit obsolet machen.

Anspieltipps:

  • Faith
  • Ecstasy
  • Slow acid
  • Under control
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