Xthirt13n - A Taste Of The Light - Cover
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Xthirt13n A Taste Of The Light


  • Label: Saol/H'ART
  • Laufzeit: 56 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
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Viele gute Ansätze gehen unter und verlieren sich in Eintönigkeit.

Erinnert sich noch jemand an Sub7even oder unzählige Bands, die Zahlen im Namen wie Buchstaben behandeln, weil sie zu viel DiE DR3i gehört haben (welche glücklicherweise wieder Die drei ??? heißen) oder weil sie einfach innovativ oder smart wirken wollten? Nun, Xthirt13n gehören genau zu diesem Schlag Band und erregen somit schon mal durch den sperrigen Namen Aufmerksamkeit. „Eksßöhrtien“? „Ksörtien“? Also, da kann man sich gar nicht so „certain“ sein. Was eh viel spannender und interessanter ist, ist die Tatsache, wer sich hinter dem Namen verbirgt. Da wäre zum Beispiel der Frontmann Tim Aymar (Pharaoh, ex-Control Denied), Rollie Feldmann (ex-Circle II Circle) und John Osborn (ex-Doctor Butcher), was Xthir13n direkt zu einer echten amerikanisch-deutschen Freundschaft macht und in etwa Auskunft darüber gibt, was man von den Jungs zu erwarten hat.

Tatsächlich ist die Sache ganz schnell klar. Ein unkitschiger Power Metal der Marke Circle II Circle kann sich seine gesunde Härte definitiv bewahren und trifft auf groovenden Hardrock und einen Light-Prog-Sound, welcher den Kompositionen zwar einen doppelten Boden geben kann, jedoch nicht dafür sorgt, dass das Endergebnis zu verkopft oder verfrickelt ist. Am Ende darf man es Power Prog Metal oder Progressive Power Metal nennen, wobei sich ein Vergleich zu ähnlichen Bands nur schwer finden lassen will und Xthirt13n in der dankbaren Situation sind, nicht eingeordnet werden zu können (was in etwa gleichbedeutend mit einem eigenen Sound ist). Dabei kann es doch so einfach sein: Metal. Auf „A Taste Of The Light“ ist ein erdiger, zünftiger Sound vorhanden, der durch Mark und Bein geht, scheppert, rumpelt und dennoch nicht die Melodie vergisst. Und immer wieder flirten Xthirt13n vorsichtig mit dem US-Power Metal.

Das ist in „Repeatlessness“, „Never To Return“ oder „Don't Cry For Me“ gut zu hören. Ein sphärisches, leicht melancholisches Keyboardspiel ist in fast jeder Komposition das Salz in der Suppe und insgesamt lebt „A Taste Of The Light“ von seiner trockenen, unterkühlten Atmosphäre. Das Problem, unter dem das Album leidet ist, dass sich vieles einfach ähnlich anhört und echte Highlights rar gesät sind; bei einer Spielzeit von fast einer Stunde ist das beinahe schon anstrengend, auch für gestandene Progger oder US-Power-Liebhaber. Da sich hinter Xthirt13n erfahrene Musiker verbergen, wollte man wohl so viel Content wie möglich unterbringen. Klar, dass der eine oder andere Filler dabei ist: Ein „Sympathy For The Devil“ (Rolling Stones) hätten sich die Jungens zum Beispiel ruhig sparen können. Am Ende ist „A Taste Of The Light“ ein etwas halbgares Stück Metal, welches weit hinter seinen Möglichkeiten bleibt und viele sehr gute Ansätze hat, die nicht zwangsläufig zu Ende gedacht wurden. Fans der Vorgängerbands oder des Genres sollten sich die ganze Sache anhören und selbst entscheiden. Doch weder für Innovation noch für erfolgreiches Weiterspinnen einer Idee, können Xthirt13n einen Preis einheimsen.

Anspieltipps:

  • A Taste Of The Light
  • Born In Chains
  • The Singularity

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