Woods Of Birnam - Woods Of Birnam - Cover
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Woods Of Birnam Woods Of Birnam


  • Label: Royal Tree Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein theatralischer Einstieg, der den Grundstein für eine Traumwelt legt.

„I’ll call thee hamlet“ ist der erste Song auf dem Debütalbum von Woods Of Birnam und er schlägt so richtig ein. Nicht, weil er ausgesprochen rockig oder gar schnell wäre. Nein, die deutschen Musiker entscheiden sich für einen ganz anderen Weg. Sie starten mit einer Ballade. Und diese Ballade, die mit mehr als fünf Minuten deutlich über die Länge eines Radiohits hinausgeht, hat eine unglaubliche Anziehungskraft. Mission geglückt, der Hörer ist augenblicklich in einen tranceartigen Bann gezogen.

Wer so einen außergewöhnlichen Start hinlegt, darf natürlich nicht minder grandios weitermachen, andernfalls würde sich automatisch Enttäuschung einstellen. Doch schauen wir uns zunächst an, wer für diesen Einstieg verantwortlich ist. Denn die kreativen Köpfe hinter Woods Of Birnam sind weder unerfahren noch unbekannt. Allen voran Christian Friedel, Ensemblemitglied am Dresdner Staatsschauspiel, der bald in die Kino-Rolle des Georg Elser schlüpfen wird und nebenher eben noch Musik macht. Die macht er zusammen mit Philipp Makolies, Uwe Pasora, Ludwig Bauer und Christian Grochau, dem Klangkörper von Polarkreis 18.

Die Zusammenarbeit zwischen diesen talentierten Persönlichkeiten darf man sich wie folgt vorstellen: Friedel legt die Songs vor und die Band umhüllt sie mit Musik. So klingt das Ganze dann auch. Gefühlvolle Texte, eingehüllt in noch mehr Gefühle. Da wären ein grooviger Bass, eine atmosphärische Gitarre und facettenreiche Soundwelten verschiedenster Instrumente. Zusammengenommen ergibt dies wunderschöne Melodien mit einem gewissen Hauch Theatralik.

Kein Wunder aber, denn Friedel hat die Texte nach eigenen Angaben zusammen mit keinem anderen als William Shakespeare geschrieben: nachts, inmitten einem schlafenden Dresden. Diese Aussage passt zu den insgesamt zwölf Titeln. Denn auf diesem Album scheint nichts so richtig real, irgendwie befinden sich die Stücke in einer Art Traumwelt. Keine Ecken, keine Kanten. Ein roter Faden, aber auch der scheint ab und an zu verschwimmen. An Song Nummer eins kommt keines der weiteren Stücke mehr ran. Das ist letztlich aber gar nicht so schlimm, denn spätestens am Ende ist man so tief eingetaucht in eine sonderbare, winterliche Welt, dass man trotzdem nicht mehr auftauchen möchte.

Anspieltipps:

  • I’ll call thee hamlet
  • Closer
  • Fallen
  • Down

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