Sam Amidon - Lily-O - Cover
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Sam Amidon Lily-O


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

November-Folk-Songs in lichtem Grün.

Sam Amidon, der Ehemann von Beth Orton, ist ein amerikanischer Singer/Songwriter, der die Wurzeln des Folk in die Moderne überführt. In der Herangehensweise ist er dabei Künstlern wie James Yorkston, King Creosote oder Alasdair Roberts nicht unähnlich. Amidon veröffentlicht seit 2001, einige Platten als Samamidon, andere als Mitglied der Band Doveman. Zudem ist er ein gefragter Studiomusiker. Sein neues Soloalbum hört auf den Namen „Lily-O“ und wurde von Valgeir Sigurosson produziert, der bereits mit Interpreten wie Bjoerk, Bonnie Prince Billy und Feist zusammengearbeitet hat.

Auf seinem aktuellen Werk wird der Amerikaner von Bill Frisell (E-Gitarre), einem seiner ständigen Wegbegleiter sowie Shazad Ismaily (Electric Bass, Synthesizer) und Chris Vatalaro (Drums, Flöten, Piano) unterstützt. Amidon selbst singt, spielt Akustikgitarre, Banjo und Fiedel. In dieser Besetzung ist ein facettenreiches Folk-Album entstanden, das seine Fühler wiederholt in verschiedene Richtungen ausfährt. Beim Titelsong etwa schleichen sich einige Jazz-Vibes ins folkige Klangbild und in „Down The Line“ wird dem psychedelischen Westcoast-Folk gefrönt.

Dabei bleibt Amidon an den grünen Wurzeln des Folk, spannt den Bogen von der britischen zur amerikanischen Spielweise und reichert sie mit vorsichtiger Modernisierung an. Diese manifestiert sich kaum am spärlichen Einsatz des Synthesizers („Pat Do This, Pat Do That“), sondern in der frischen Art der Umsetzung und einem organischen Klangkleid, in das „Lily-O“ gehüllt wurde. Nicht zuletzt ist es Sam Amidons Stimme, die den Hörer anzieht. Sie hat etwas Nasal-nölendes, scheint vor sich hinzumurmeln, entpuppt sich schließlich beinahe als weiteres Musikinstrument, das vor sich hin summt und dabei die Silben dehnt oder sie fast verschluckt. Dennoch oder gerade deswegen strahlt seine Stimme viel Ruhe, manchmal gar etwas Meditatives aus.

Alles was diese Musik vom Zuhörer verlangt ist Hingabe, nicht umsonst wird der finale Song „Devotion“ benannt. Wer hierzu bereit ist und eine Affinität für das Folk-Genre hat, wird mit einem schönen, wohlige Wärme spendenden Album belohnt. Zudem spiegeln die Songs jenes satte Grün des Coverartworks wider. Manchmal fällt auch ein zart schimmerndes Licht ins Grün, in den dunklen November und in unsere Herzen.

Anspieltipps:

  • Down The Line
  • Lily-O
  • Maid Lamenting
  • Devotion

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