Bjørn Riis - Lullabies In A Car Crash - Cover
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Bjørn Riis Lullabies In A Car Crash


  • Label: Nonstop Music Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Melodic-Rock im Schwebezustand. Airbag-Gitarrist Bjørn Riis weckt die friedlichen Geister seiner Progressive-Rock Helden.

Nur ganz allmählich schleichen sich die ersten Töne von „A New Day“ in die Gehörgänge. Bjørn Riis hat es nicht eilig. Die langgestreckten Synthesizer-Schwebe-Wände bauen sich langsam auf und steigern sich ins Bedrohliche, bevor der Schwall plötzlich abbricht. Dieses instrumentale Intro zieht bekannte und beliebte Motive aus dem Progressive-Rock heran. Dass er einmal in einer Pink Floyd-Cover-Band gespielt hat und ein glühender Verehrer von David Gilmour ist, zeigen die verwendeten Gitarren-Soli überdeutlich. Die eingestreuten Mellotron-Nebel deuten darauf hin, dass auch die frühen Scheiben von King Crimson geschätzt wurden.

Bjørn Riis ist hauptberuflich Gitarrist bei der norwegischen Progressive-Rock-Formation Airbag. Auf seinem ersten Solo-Album geht er behutsam mit dem Hörer um und überfordert ihn nicht mit seinen ausufernden Soli, denn er verzichtet weitestgehend auf halsbrecherische Tempowechsel. Die Tracks brauchen Zeit, um sich zu entfalten, drei davon sind deshalb auch über 10 Minuten lang.

Sein Melodic-Rock hat einen Hang zu esoterischen, verträumten, verwehten Weichzeichnungen. Das wirkt dann verspielt, geht fast ins Meditative und verliert sich in Wiederholungen. Bjørn mischt seine unaufgeregte, beruhigende, ausgeglichene Singstimme darunter, die harmonisch in die verhangenen Kompositionen eingebettet wird. „Bei „Stay Calm“ und „The Chase“ werden gemäßigte Heavy-Gitarren-Riffs eingebaut, was für eine Dynamiksteigerung sorgt.

Der Gitarrist verwendet die vermeintlich besten Elemente aus seinen Lieblingsmusiken und verbindet diese organisch. Das ist technisch perfekt, aber unspektakulär. Trotzdem werden Fans von Bo Hansson („Lord Of The Rings“, 1972), Mike Oldfield („Ommadawn“, 1975), King Crimson („Islands”, 1971), Porcupine Tree („In Absentia”, 2002) oder Pink Floyd („Wish You Were Here”, 1975) ihre Freude daran haben.

Anspieltipps:

  • Stay Calm
  • The Chase

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