1000 Gram - Dances - Cover
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1000 Gram Dances


  • Label: Fixe Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine Reise zurück zur Jahrtausendwende, als Rock nochmals versuchte, sich auf das Wesentliche zu reduzieren.

Zwei Möglichkeiten stehen Musikern oftmals zur Verfügung, wenn ein vergangenes Jahrzehnt musikalisch rezitiert wird. Entweder klingen die Künstler wie eine Kopie, was nur selten zum Glück führt, da sich die Bands im Schatten der Vorbilder verlieren. Die zweite Möglichkeit ist, sich in den Zeitgeist einzufügen - und genau das gelingt 1000 Gram, wenn sie den Rock kurz vor und nach der Jahrtausendwende beschwören. Mit einer selbst beschworenen Linie lässt es sich gut zwischen The Shins und den weniger progressiven Tönen von And You Will Know Us By The Trail Of Dead leben.

Ähnlich wie bei den Shins strahlt 1000 Grams Sound in erster Linie damit, angenehm zu sein. Dabei ist es völlig egal, mit welchem Titel das Album begonnen wird. Die Band holt den Hörer stets mit den ersten Akkorden ab und führt gekonnt durch stringente Feel-Good-Momente, die im Durchschnitt zwischen drei und vier Minuten andauern. Dazwischen schleichen sich ein paar psychedelische und progressive Töne ein, die der ansonsten eingängigen Musik die nötigen Kanten geben. Wenn „I'd Pilgrim To Do Anything“ und auch „Out In An Instant“ schrammelnde Gitarren mit den ansonsten so pazifistischen Klängen eines „Don't Get Caught“ paaren, dann ist für die nötige Reibung gesorgt.

Doch auch ohne diese Abwechslung muss man vor der Simplizität dieses Albums den Hut ziehen. Fast schon unauffällig und unaufdringlich spielen sich 1000 Gram mit dieser Musik unweigerlich in Indie-Herzen. Selbst das Ausbleiben echter Hit-Singles passt hervorragend zu der dem Mainstream abgewandten Einstellung. Dazu kommt die angesprochene Stärke, dass jeder Song von Beginn an liefert und problemlos über seine Zeit unterhält. Wem die ganzen Technik-Spielereien in den vorherrschenden Genres der Charts mal wieder zu viel werden, der sehnt sich nach diesem einfachen Gegenprogramm. Dieses finden Hörer auf „Dances“ auf jeden Fall vor.

Anspieltipps:

  • Really Need Someone
  • I'd Pilgrim To Do Anthing
  • Great Divide

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