Big Skies - Never Going Home - Cover
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Big Skies Never Going Home


  • Label: Half Human Half Robot
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Big Skies erinnern uns an vergangene und vermisste Tage des BritPop, an die sie leider nie ganz heranreichen.

„This is the next century“, sang einst Blur-Frontmann Damon Albarn und streng genommen ist dies im letzten Jahrhundert geschehen. Wo sind wir jetzt? Die einstige Pop-Großmacht aus England war einmal, auch wenn One Direction-Fans sich hartnäckig einreden wollen, dass die Jungs das größte Musikjuwel seit The Beatles darstellen. Genau diese Art von Verblendung muss aufgehoben werden. Und wie ginge das besser, als wenn sich das Vereinte Königreich selbst den Spiegel vorhält.

Dass die Band Big Skies für eine solche Erkenntnis nach Berlin reist, hat nichts mit möglicher Schelte im Heimatland zu tun. Eigentlich macht das Gespann in der deutschen Hauptstadt auch gar nichts verkehrt. Sie zollen der Musik Tribut, mit welcher sie groß geworden sind. In ihrem Kopf oder zumindest ihren Ohren soll laut Eigenaussage ein psychedelischer Sound ihre Musik ausmachen. Im Endeffekt dürfen sich Hörer auf recht konventionellen Gitarren-Pop aus den 90er-Jahren einstellen. Vor 20 Jahren hätte solche Musik auch als unverbraucht gegolten, wobei die Ohrwürmer aus den Hit-Werkstätten Blur oder Oasis ausfallen. Heute ist solche Musik jedoch nicht viel mehr als eine Erinnerung an bessere Zeiten.

Zumindest zaubert die Band mit einer Menge Einfühlungsvermögen immer wieder ein Lächeln auf das Gesicht geneigter Hörer. „Cherry Coke“ ist eines dieser Beispiele, welches an „die gute alte Zeit“ erinnert. Wirklich gebraucht hätte das wohl kaum jemand, da Alben wie „Definitely Maybe“ nicht einfach so aus dem Kollektivgedächtnis der jüngeren Popkultur verschwinden. Zusammen mit eingängigen Liedern der Marke „Matey Boi“ gehen Big Skies keinen Schritt voran, sondern Sackhüpfen zurück in die Vergangenheit, als Musik noch nicht so kompliziert war. Dabei vergessen sie aber auch, ihrer Musik den nötigen Dreh mitzugeben, sodass es kaum möglich ist, das Werk der Band in irgendeiner Weise zu preisen. Es ist nun mal ein althergebrachtes Rezept, aber so gut wie bei den Großen klingt es eben leider wieder nicht. Musik ist schließlich oftmals mehr als nur eine Formel, die gut zitiert wird.

Anspieltipps:

  • Evening Sun
  • Cherry Coke
  • Matey Boi

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