Witchrider - Unmountable Stairs - Cover
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Witchrider Unmountable Stairs


  • Label: Fuzzorama/CARGO
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Gute Reise: Mit schmutzigen Riffs ins fuzzige Österreich.

Lust auf Alternative, auf Desert Rock, auf In-your-face-Gefuzze? Vielleicht 'ne Portion Okkultismus obendrauf? Dann haben Witchrider alles, was du brauchst! Die vier Knaben aus dem österreichischen Graz haben nach einer EP jetzt endlich den ersten Longplayer am Start und passend dazu bei Fuzzorama unterschrieben. Ein Genrewerk kommt also beim Genrelabel raus und in der Hinsicht lässt man sich natürlich nicht lumpen. Daniel Dorninger, Hans-Peter Leitner, Michael Hirschmugl und Bernhard Weigl machen kurzen Prozess und bauen mit absoluter Souveränität ihre „Unmountable Stairs“. Schön, wenn eine noch so junge Band genau weiß, wo sie hin will.

Und wohin führen die Stufen? In die Wüste, ins Fledermausland, in die Lo-Fi-Hölle, direkt nach Fuzz-County. Witchrider machen es dreckig, staubig, furztrocken - der Release im November ist da fast schon etwas zu spät. Bei den Bengeln lebt schließlich die Wüste, die Sonne brennt schleimig. Bei Nummern wie „OCD“, „One For Five“, „I'm Outta Breath“ oder „SP“ bringen sie den groovenden Alternative-Sommer zurück und lassen gleichzeitig Herbstblätter als schleichende Verdammnis auf den Hörer niederrieseln. Im beeindruckend melancholischen „Black“ (übrigens tatsächlich mit Airplay bei FM4 und Soundportal gesegnet) zum Beispiel zieht das Quartett alle Register und bietet schon früh ein absolutes Highlight auf „Unmountable Stairs“. Von da an kommt das Teil so richtig in Fahrt und Witchrider machen so richtig ernst. „The Cabin“ groovt mächtig und wirbelt Staub ohne Ende auf. Danach machen „The Fog“ und der Titeltrack so richtig schön einen auf Doom, geben sich zähflüssig wie Lava, zermahlen richtig derbe oder sind im Falle der titelgebenden Komposition angenehm klassisch. Eine abermals leicht melancholische Note bleibt und jene wird zu Witchriders größtem Trumpf im Ärmel. Am Ende lässt dann „Styx“ nochmal so richtig schön den Stoner in uns schunkeln und macht es fluffig.

Für Stoner-Rock und -Metal-Fans ist „Unmountable Stairs“ also wirklich ein Testhören wert. Zwar liefern die Jungs keinen zukünftigen Klassiker ab, aber wer macht das heute noch? Für Liebhaber ist die Platte dennoch eine sichere Investition, welche alle Trademarks hat, die für ein derartiges Werk vonnöten sind. Alleine die großartige Arbeit an der Gitarre macht „Unmountable Stairs“ zu einem absoluten Hinhörer. Achja, eine kleine Randnotiz: Ein Hidden Track von gerade mal einer Minute zeigt nochmal, was für einen Bock die Witchrider gehabt haben. Ein durchgängiges Gelächter und Abspacken beschreibt es gut: „Unmountable Stairs“ steckt voller Spielfreude und beweist nochmal, dass die Leute Bock gehabt haben. Hätten wir zwar auch so gewusst, aber ist es nicht grundsätzlich schön zu erfahren, dass ein Album eine Herzensangelegenheit ist?

Anspieltipps:

  • Black
  • I'm Outta Breath
  • The Fog
  • Witch-Hunt

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