Digger Barnes - Frame By Frame - Cover
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Digger Barnes Frame By Frame


  • Label: Hometown Caravan/CARGO
  • Laufzeit: 32 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Outlaw Americana eines Schnauzbartträgers.

Digger Barnes ist neben seiner Arbeit als Solokünstler ein gefragter Tour- und Studiomusiker. So unterstützte er Chuck Ragan, Frank Turner, Austin Lucas, Lucero und viele andere. Eine Liste, die sich lange fortsetzen ließe. Daran ist abzulesen, dass Barnes sein Handwerk beherrscht, zudem versteht er es, für seine Soloalben prima Songs zu schreiben und diese entsprechend umzusetzen. „Frame By Frame“ ist sein bereits dritter Longplayer, für den er die kleine Live-Besetzung ins Studio holte und die Produktion aufs Nötigste beschränkte. Dabei wurde zwar auf eine Vielzahl an Instrumenten zurückgegriffen, die jedoch reduziert und dem Song untergeordnet eingesetzt wurden.

Barnes ist übrigens einer der wenigen, denen ein Schnauzbart wirklich zu Gesicht steht. Ein anderer war Lee Hazlewood, der vor einigen Jahren das Zeitliche gesegnet hat. Und wie der legendäre Hazlewood, hat sich auch Digger Barnes Americana auf die Fahne geschrieben, wenn auch in anderer Form als dieser. Barnes zählt zur verschrobenen Sorte der Singer/Songwriter, ohne dabei wirklich Experimente zu wagen, vielmehr ist es die Art der Erzähl- und Vortragsweise, die ihn von anderen seiner Zunft unterscheidet.

Bereits der Opener „What Will We Do“ hat eine lässige Ausgeruhtheit, für die vor allem die Mundharmonika- und Orgelläufe sorgen, ein Übriges tut das schleichende Rhythmusgefüge und nicht zuletzt Barnes‘ dunkel-warmer Bariton. Wiederholt tritt Emily Barker als Harmoniesängerin in Erscheinung, bei „Two Ringing Ears“ gibt sie die perfekte Duettpartnerin, weicht das männlich eingefärbte Klangbild etwas auf, ohne es zu verwässern oder gar seicht werden zu lassen.

Digger Barnes greift auf Elemente des Western Swing, des Blues, des Country und des Folk zurück, die er auf eigenwillige Weise zusammenfügt, so dass er kaum Vergleiche zulässt. Das Laid Back Feeling, das er ausstrahlt, erinnert in einigen Passagen an JJ Cale, ohne dass er wirklich nach diesem klingt. Im Mittelpunkt steht Barnes´ Stimme, die ganz unaufgeregt Geschichten erzählt, staubtrockene Stories über den nach Benzin und Öl stinkenden „Oil-Stained Hank“ oder den „Dangerous Man“. Zudem transportiert er die alte Geschichte vom „Winner & Loser“ als butterweichen Country ins Gemüt. Das dürfen und müssen wir im Gesamten Americana nennen, besser noch Outlaw Americana, denn der in Hamburg beheimatete Digger Barnes schleicht sich vom Rande oder von hinten an uns ran, ist einer der andersartigen Americana-Künstler. Ein echter Außenseiter, nicht nur des Schnauzbarts wegen.

Anspieltipps:

  • What Will We Do
  • Two Ringing Ears
  • Soon I Will Hold You Again
  • Winner & Loser

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