Neonfly - Strangers In Paradise - Cover
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Neonfly Strangers In Paradise


  • Label: Inner Wound/CARGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Power-Metal-Jahr 2014 neigt sich dem Ende zu und verabschiedet sich mit geballtem Potential.

Im Jahre 2014 veröffentlichten Sonata ArcticaPariah's Child“, Freedom CallBeyond“, MagnumEscape From The Shadow Garden“ und H.e.a.tTearing Down The Walls“. Und mit all diesen Bands tourten die Briten Neonfly bereits. Die Zeit war also reif, dass sie ihren neuen Longplayer auf den Markt werfen - möglichst im gleichen Jahr. Und? Die fünf Musiker aus London konnten ihre Deadline einhalten und auf dem letzten Drücker erscheint „Strangers In Paradise“ noch im Jahre 2014, welches mit all den qualitativ hochwertigen neuen Releases aller wichtigen Bands als Power-Metal-Jahr durchgehen kann. Auch wenn Neonfly noch ein wenig grün hinter den Ohren anmuten, reihen sie sich souverän ein und veröffentlichen ein starkes Werk, das vielleicht nicht unbedingt mit den Releases der Großen mithalten kann, aber genug Charme, Spielfreude und (eine enorme) Reife versprüht, um nicht nur als bloße Zugabe zu fungieren, sondern um das erwähnte Genre-Jahr abzurunden und vielleicht einen neuen Stern erleuchten zu lassen.

Auf „Strangers In Paradise“ bieten die Engländer modernen Power Metal, der sich aus dem Portfolio der großen Inspirationen immer wieder etwas heraus klaubt und darüber hinaus gerne den einen oder anderen Ausflug in Richtung AOR wagt. Wenn Neonfly in „Rose In Bloom“ oder „Falling Star“ balladeske Töne anschlagen, hört man durchaus raus, dass sie mit den Hair-Metal-Hoschies von H.e.a.t auf Tour gewesen sind. Opulenten Power Metal, der nur allzu gerne den Symphonic streift, gibt es dann in „Heart Of The Sun“, im instrumentalen „Aztec Gold“ oder in „Sons Of Liberty“. Erinnerungen an die leider aufgelösten Platitude, aber auch an Damnation Angels, werden geweckt und überzeugend in den eigenen Sound eingearbeitet. „Whispered Dreams“, „Highways To Nowhere“, „Chasing The Night“ oder „Better Angels“ dagegen sind pompöse, pfeilschnelle Power-Metal-Schmachtfetzen, welche mit zum Sterben schönen Melodien angereichert das Tanzbein schwingen und die Matte zirkulieren lassen. Ohrwürmer und Hymnen finden sich auf „Strangers In Paradise“ am laufenden Band, was im Genre sicher als Königsdisziplin gelten darf und von Neonfly erfolgreich für sich beansprucht werden kann. Viele kleine Details machen es dann spannend und sorgen dafür, dass „Strangers In Paradise“ trotz der Tatsache, dass das Feld eigentlich abgearbeitet ist, interessant bleibt und erfahrenen Genre-Hasen etwas geben kann.

Das ist 'ne gute Sache! Schließlich macht sich der Power-Metal-Nachwuchs mehr und mehr rar; zumindest der, dem man Potential nachweisen kann. Neonfly bleibt ein solcher. Die Londoner verzichten auf Härte aus Selbstzweck, wie sie in der momentanen finnischen und schwedischen Szene hörbar ist und gleichzeitig haben sie es nicht nötig, die italienische Klischee-Keule auszupacken, um sie zu schwingen. Stattdessen bieten sie smarten, melodischen Power Metal, der ganz im Zeichen von Bands wie Sonata Arctica, Requiem, Axenstar oder Altaria steht, gleichermaßen traditionell als auch modern und eigenständig ist. Somit kriegen alle Genre-Süchtigen ein großartig komponiertes Werk, welches im Ozean der Underground-Newcomer eine kleine Perle darstellt, die es zu entdecken gilt.

Anspieltipps:

  • Whispered Dreams
  • Better Angels
  • Heart Of The Sun
  • Aztec Gold
  • Sons Of Liberty
  • Chasing The Night

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