The Dead South - Good Company - Cover
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The Dead South Good Company


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

The Dead South spielen knarzig-urwüchsigen Country, Bluegrass und Hillbilly mit Rock`n`Roll-Haltung. Kanadas lebendig-offene Musik-Szene macht`s möglich.

The Dead South zelebrieren die Kraft und die Ausdrucksfähigkeit des Banjos. Das Instrument ist Dreh- und Angelpunkt ihrer Kunst. Die Saiten werden zum Klappern und Schmettern gebracht. Sie werden dezent gezupft oder energisch angeschlagen. Das Banjo unterstützt die Rhythmik, verfeinert die Melodik und versprüht eine ländliche Stimmung. Das Quartett aus Kanada spielt ausschließlich auf akustischen Instrumenten, erzeugt aber nicht selten die Energie einer Rock`n`Roll-Combo. Dieser Eindruck wird noch durch die raspelnd-rauchige Stimme von Lead-Sänger Nate Hilts unterstützt. Die Bandbreite der Songs reicht von sehnsüchtigen Balladen über schwungvolle Bluegrass-Nummern und überdrehten Hillbilly-Groove bis hin zu kraftvollen Punk-Grass-Adaptionen.

Der Reigen beginnt mit dem staubtrockenen Western-Feeling von „Long Gone“. Der gegerbte, raue Gesang begleitet das temporeiche Banjo/Gitarre-Duell hitzig. Die Country-Session wird bei „Achilles“ zusätzlich noch durch Cello und mehrstimmigen Gesang aufgefüllt. Die Formation geht für „The Recap“ ein relativ hohes Tempo, es schwingt aber auch Wehmut mit. Durch Pfeifen und Fingerschnippen bekommt das ironische „In Hell I`ll Be In Good Company“ eine swingende Färbung und „Manly Way“ mutet wie ein veralberter Square-Dance an. Beinahe übermütig wie ein Sauf-Lied präsentiert der Vierer dann „Travellin` Man“. Seriöser Singer-Songwriter-Country mit brüchiger Stimme ist bei „Honey“ zu hören, das durch eine Chor-Begleitung abgerundet wird. Banjo und Cello übernehmen hier abwechselnd die leitende Funktion. Leider wird die „Ballad For Janoski“, die mit traurig-verzweifeltem Gesang versehen ist, zum Schluss durch übertrieben viele Text-Wiederholungen verhunzt.

„Down The Road“ fängt a cappella an und bekommt dann noch einen wütend-rasanten Verlauf. Die Band hat auch eine Shanty-Hymne auf sich selbst geschrieben („The Dead South“), bei der in Ramones-Manier schnell vier Takte angezählt werden. „That Bastard Son” klingt wie ein verschollener Violent Femmes-Song und „Deep When The River`s High” ist hörbar um Dramatik bemüht. Der Song verheddert sich jedoch in seiner angestrengten Ernsthaftigkeit und erinnert damit an Richie Havens‘ „Freedom“-Hymne beim Woodstock-Festival. Das Album klingt dann mit dem ausschweifenden, weitläufigen, mehr als 6-minütigen „Into The Valley“ aus.

The Dead South gelingt es, ziemlich viel Abwechslung in den eigentlich recht eng abgesteckten Rahmen zu bringen. Durch die spröde Interpretation bewahrt sich die Gruppe einen eigentümlichen Charme, der auch Hörer ansprechen kann, die eher im Rock-Sektor unterwegs sind.

Anspieltipps:

  • Long Gone
  • The Recap
  • Down The Road
  • That Bastard Son

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