Tallesen - Stills Lit Through - Cover
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Tallesen Stills Lit Through


  • Label: Software Recording/ALIVE
  • Laufzeit: 52 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
8.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nuancierter Ambient als Soundtrack zur Dauerschleife.

Der New Yorker Cayman Johnson ist in erster Linie bildender Künstler. „Stills Lit Through“ ist sein erstes zusammenhängendes, auditives Werk und das erste, das unter seinem Tallesen-Alias erscheint. Es erscheint auf Software Recording, dem Label von Oneohtrix Point Never, dessen Output sich genau wie Tallesen trotz seiner durchweg synthetischen Klänge musikalisch häufig in spirituellen Sphären bewegt. Ein Künstler also, der ins Label-Portfolio passt.

Tallesens Werke haben allerdings eine ausgeprägte, esoterische Eigenart. Trance-artig wabern langgezogene Synthies durch die Tracks, die sonst von hallender, flacher Percussion durchzogen wird. Bässe sind da, halten sich jedoch anfangs dezent im Hintergrund oder gehen im Rauschen von wildem Geklacker und Glitch-Sounds („Emmel“) unter. Erst im späteren Verlauf des zwölf Track starken Albums, sieht man von den vier Bonus-Tracks ab, nimmt der Bass eine prominente Rolle neben dem sphärischen Rauschen und den Synthies ein („Landmark Rituals“).

„Stills Lit Through“ baut sich langsam auf, wird mit fortschreitender Gesamtspieldauer dichter, sonorer - trotz dominant bleibender, heller Synth-Klänge und -Xylophone. Doch der Eindruck einer Entwicklung, die das Album im Verlauf zusammenhängender Tracks durchmacht, wird gestützt von nahezu immergleichen Tonintervallen. Der entstandene rote Faden des Albums verspielt somit schnell seine Spannung. Schade, denn die Qualität der Produktion ist überzeugend. Von manchen Lo-Fi-Anleihen abgesehen ist ein gewisser Qualitätsanspruch Tallesens durchaus erkennbar. Die Stücke wecken emotionale Bilder, doch der Anspruch setzt sich auf Dauer eher wenig durch, die Abwechslung findet zu klein, im Detail statt.

Anspieltipps:

  • Strike Silver Love Green
  • Plasticized Fsa
  • Set Red, Seize Grey

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