Beardyman - Distractions - Cover
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Beardyman Distractions


  • Label: Tummy Touch/ALIVE
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Funkig, quirlig und trotzdem ernstzunehmen. Leider etwas ziellos.

Im Zuge der Promotion-Kampagne zu seinem neuen Album machte er sich gehörig über David Guetta und den Rest der Top-Verdiener im EDM-Business lustig. Nun macht sich Darren Foreman aka Beardyman daran zu beweisen, warum Kreativität im EDM-Genre nicht tot, sondern nur totgeglaubt ist. Dafür haut er mit allerlei Genres und Einflüssen um sich. Pures Beatboxing, für das er eigentlich bekannt ist, findet man auf seinem zweiten Album „Distractions“ allerdings nicht.

Dafür geht’s in IDM-Manier bei „A Cheerful and Sunny Disposition“ mit Glitch-Effekten, Orgelklängen und abgehacktem Vocoder-Gesang los. Es folgen House-Beats, noch mehr Vocoder und ein entspannter Groove in „... And Falling“. So elektronisch wie es losgeht, so überraschend bricht es ab. Tatsächlich ergreifen in den folgenden Tracks (vom Breakcore-Zwischenspiel „Fndege.Gurp“ mal abgesehen) akustische Gitarren zwischen Pop und Rock Besitz von „Distractions“. Beardyman bleibt atmosphärisch, wirkt dabei aber seltsam pathetisch. Bei „Mountain Side“ verzeiht man Foreman diesen Schnitzer noch; der Song ist episch, entspannt und gutgelaunt zugleich.

Doch „Getting There“ ist mit seinem leidenschaftlichen Gesang, der klingt wie absoluter Pop-Rock-Standard, und seinem blechernen Echo allzu kitschig. Interessanter ist „You Only Like What You Know“ bei dem sich Foreman an poppigem Indie mit Klatsch-Beat versucht. An Originalität fehlt es leider auch hier. Einige schöne Ansätze zwischen HipHop und Dubstep bietet das spacige „Brain“, das sich aber leider irgendwann in ziellosem Rumgenudel verläuft. Mit „Perfect Waste Of Time“ geht’s in Richtung Lounge und R&B und während die Violinen spielen fragt man sich, was Beardyman eigentlich mitteilen möchte.

Die Sprünge zwischen den Genres wirken hier dann doch sehr wahllos und unkontrolliert. Auch wenn man Foreman abnehmen würde, dass er sein Leben lang nichts anderes gemacht hat als, zugegeben, durchschnittlichen Lounge/Rock/Pop/Indie/Wasauchimmer. Man wünscht sich nach den zwei schönen Openern und „Fndege.Gurp“, er wäre beim Elektro geblieben. Immerhin gibt es mit „Before The Fall / Move On“ am Ende noch Entschädigung in Form von französisch angehauchtem, verspieltem House und Glitch-Effekten. Denen vom Anfang, vielleicht wisst ihr noch...

Anspieltipps:

  • A Cheerful And Sunny Disposition
  • Fndege.Gurp
  • Mountain Side
  • Before The Fall / Move On

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