Madison Violet - Year Of The Horse - Cover
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Madison Violet Year Of The Horse


  • Label: India/Rough Trade
  • Laufzeit: 37 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Krasser Stilwechsel bei dem kanadischen Folk-Duo. Teen-Pop heißt nun ihr neues Steckenpferd.

Das kanadische Girl-Folk-Duo Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac alias Madison Violet ist inzwischen seit 15 Jahren aktiv und entwickelt seinen weltweiten Bekanntheitsgrad Stück für Stück weiter. Mit stetigem Touren und dem inzwischen fünften Longplayer „Year Of The Horse“ will das Gespann aus Toronto nun die nächste Karrierestufe erklimmen. Dazu hat sich das Duo eine Stilkorrektur auf die Fahnen geschrieben und den Folk der ersten Alben gegen fröhlichen, radiotauglichen Indie-Pop ausgetauscht.

Im Studio arbeiteten Madison Violet zusammen mit dem italienischen Produzenten, Songschreiber und Multiinstrumentalisten Tino Zolfo (u.a. Carly Rae Jepsen, Adaline, Hawksley Workman), der den Kanadierinnen mit voller Konsequenz einen Teen-Pop-Sound verpasst hat, an dem die Fans der frühen Madison Violet bestimmt schwer zu kauen haben werden. Auf der anderen Seite könnte genau dies der richtige Schachzug sein, um sich kommerziell in eine andere Umlaufbahn zu katapultieren. Dabei nehmen Madison Violet scheinbar in Kauf, als oberflächlich und schlimmstenfalls berechnend abgestempelt zu werden. Denn ein derart krasser Stilbruch muss vom Hörer erst einmal verdaut werden.

Dabei beginnt „Year Of The Horse“ mit dem treibenden „These ships“ durchaus verheißungsvoll. Mit Bläsern aus der Konserve und raspelnden Vocals zwischen Melissa Etheridge und Courtney Love nistet sich der Track sofort im Ohr des Hörers ein. Hier passt der Link zwischen Folk und Pop tatsächlich sehr gut. „Under fire“ kopiert diesen Vibe noch einmal, bevor „Operator“ den letzten Rest Folk verdrängt und als astreiner Pophit-Anwärter durchgeht. Danach wird es streckenweise etwas beliebig.

„Coming apart“ ist netter Pop von der Stange, das süßliche „Teenage love“ verlässt sich auf elektronische Elemente und „Same sun“ versucht sich an Funk-Grooves. Auf diese Weise schlängeln sich Madison Violet durch ihre neue Popwelt, ohne damit nachhaltig zu begeistern. Mit „Ohio“ und „Operator“ liefern sie zwar zwei sehr gelungene Titel ab, doch das reicht nicht, um der neuen Teen-Pop-Ausrichtung echte Durchschlagskraft zu verleihen.

Anspieltipps:

  • Ohio
  • Trouble
  • Operator
  • These ships
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