The House Of Capricorn - Morning Star Rise - Cover
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The House Of Capricorn Morning Star Rise


  • Label: Svart Records/CARGO
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Neuseelands Antwort auf Type 0 Negative: Einwandfrei eingezockt, aber sowohl arm an Überraschungen als auch an Höhepunkten.

Mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl an Metal-Acts (zwischen 290 und 400 gelisteten Bands) ist Neuseeland nicht unbedingt das Vorzeigeland, wenn es um eine härtere musikalische Gangart geht. Da die Spezies des gemeinen Metalers jedoch in einem globalen Dorf lebt, darf man auch aus dem Home of the Hobbits so einiges erwarten. Neben den obligatorisch gefühlt unzähligen Vertretern des Blacks, hat Neuseeland aber auch so einiges im Sektor des Death und Dooms zu bieten. Eine Band, welche sich relativ souverän durchsetzen konnte, ist The House Of Capricorn. Mit „Morning Star Rise“ veröffentlichen Marko Pavlovic (Gesang), Scot Blomfield (Gitarre) und Michael Rothwell (Schlagzeug) dieses oft als entscheidend und magisch bezeichnete dritte Album, wodurch sie zumindest gefühlt den lokalen Underground hinter sich lassen. Jetzt, da sie bei Svart Records unterzeichnet haben, sollte auch ein Durchbruch außerhalb ihrer Heimat möglich sein. Mit Schmackes, Kurzweiligkeit und Härte haben die drei Jungs aus Auckland jedenfalls so oder so schlagkräftige Argumente.

Und das ist „Morning Star Rise“: Mit dem Opener „The Road To Hell Is Marked“ legen die Neuseeländer direkt mit hohem Tempo und gesunder Härte los. Erinnerungen an A Pale Horse Named Death und Type 0 Negative werden da wach, denn im Vergleich zu Genrekollegen verzichten The House Of Capricorn eher auf verspieltes Erzeugen von Atmosphäre, einen zähflüssigen Sound oder fuzzige Lo-Fi-Action, sondern konzentrieren sich eher darauf, eingängigen, gut produzierten Stoner Rock mit modernem Gothic Rock zu kombinieren. In den folgenden Kompositionen wird das umso klarer: Das brachial-gute „Our Shrouded King“, „Ivory Crown“ und „Watching Angels Fall“ folgen dem Beispiel, während sich ein „In Light Of Lucifer“ mehr und mehr zu schwerfälligem Doom im Lightgewand mausert, um schließlich wieder in alte Gewohnheiten zurück zu fallen. Die große Schwäche auf „Morning Star Rise“ zeigt sich, wenn sich The House Of Capricorn an Longtracks wagen wollen. Sowohl „Ashlands“ als auch das Schlusslicht „Dragon Of Revelations“ wirken höchst heterogen im Bezug auf die ansonsten kurzen, schnell auf den Punkt gebrachten Kompositionen. Das Trio wirkt dann ein wenig verloren und versucht, sich die vom Genre erwarteten langen, opulenten Nummern aus dem Ärmel zu schütteln. Leider mit wenig Erfolg. Dazu präsentiert sich die Band einfach zu unfokussiert.

Da klappt die zügige, knackige Vorgehensweise weitaus besser. Das war auf „Sign Of The Cloven Hoof“ (2009) und „In The Devil's Days“ (2011) nicht anders und auch auf „Morning Star Rise“ bleibt sich das neuseeländische Trio in jener Hinsicht treu. Es wird wohl kaum ausreichen, um im Genre eine Vorreiterposition einzunehmen und auch der große Wurf gelingt The House Of Capricorn mit ihrem dritten Longplayer nicht. Wie so oft, wird ein Werk abgeliefert, welches Freunden dieser Musikrichtung etwas geben sollte und welche durchaus ihren Spaß mit „Morning Star Rise“ haben sollten. Und dem Zielpublikum sollte dies absolut genügen. Der gute, passende Gesang, viel Energie, Eingängigkeit und eine durchaus nicht zu verachtende Produktion sprechen für sich und lassen dieses Album in einem warmen, wenn auch nicht wirklich hellen Licht erstrahlen.

Anspieltipps:

  • In Light Of Lucifer
  • Ivory Crown
  • Watchig Angels Fall

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