Röyksopp - The Inevitable End - Cover
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Röyksopp The Inevitable End


  • Label: Embassy Of Music/WEA
  • Laufzeit: 61 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Auf und Ab und doch mehr Ab als Auf.

Im April diesen Jahres hatte das norwegische Duo Röyksopp bereits in Kollaboration mit Robyn eine kleine „Do It Again“-EP veröffentlicht, die als Comeback der Künstler verkauft wurde. Auf neuen Output von Robyn wird noch gewartet, doch Röyksopp haben ihr Versprechen mit „The Inevitable End“ jetzt schon wahr gemacht.

Tatsächlich scheinen die beiden Musiker aus der Zusammenarbeit mit Robyn einiges mitgenommen zu haben. Die Tracks haben mehr Kraft, sind weniger sphärisch und, von der „Do It Again“-EP vermutlich unabhängig motiviert, nachdenklicher. Ansonsten ist Röyksopps fünftes Album vollgepackt mit Club-Tracks, die oftmals stark von den traditionellen Produktionen des Ambient-Duos abweichen. So sind sowohl „Skulls“ als auch „Here She Comes Again“ eher düstere Club-Tracks, ersterer mit Vocoder-Sprechgesang und Violin-Einsätzen. Letzterer erinnert mit seinem hüpfendem Beat an clubtaugliche R&B-Stücke, überlässt aber auch einem Spinnet und kratzigen Hörnern die Bühne.

Etwas sphärischer geht es in „Sordid Affair“ zu. Als Ausnahme und typischer Ambient-Track à la Röyksopp gibt’s hier auf sechs Minuten sphärische Vocals mit Vocoder-Echo, repetitiven Boom-Bap-Beat und kitschiges Keyboard-Klimpern. Besser macht das der Folgetrack, der wesentlich ruhiger, aber Gesang-getriebener ist und sonst nur von einem sehr dezenten Becken als Beat und flächigen Synthies im Hintergrund getragen wird. Hier wirken die sieben Minuten wesentlich sinnvoller. In eine ähnliche Richtung geht „Rong“, das allerdings mit Violinen, Frauenchor und den Lyrics „What the fuck is wrong with you?“ doch sehr kitschig klingt.

Direkt für die Tanzfläche konzipiert zu sein scheinen „I Had This Thing“, „Running To The Sea“, „Save Me“ und „Compulsion“. Die ersten beiden bedürfen allerdings nicht viel Aufmerksamkeit, sind sie doch der Standard Stadion-Elektro, den es zuhauf gibt. Gerade „I Had This Thing“ klingt in der Instrumentierung wie ein seichter Remix jeglicher Club-Tracks, die 2008 im Radio liefen, siehe auch Guru Josh Project. „Compulsion“ bietet gedämpfte Klänge, House-Beats und recht viel Eintönigkeit. Immerhin „Save Me“ ist schöner Pop mit flotten Beats und epischem Gesang.

Fazit: „The Inevitable End“ ist eine Berg-und-Tal-Fahrt. Wirklich überzeugen können nur drei Tracks, der Rest bewegt sich in zu sicheren Bahnen, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Anspieltipps:

  • Skulls
  • You Know I Have To Go
  • Here She Comes Again

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