Close Talker - Flux - Cover
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Close Talker Flux


  • Label: Nevado Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Strandbars werden völlig unterbewertet. Genauso die Wichtigkeit dessen, welche Musik an diesen gespielt wird. Zum Beispiel so etwas wie der chillige Sound von Close Talker.

Natürlich ist es kontrovers zu behaupten, dass eine Strandbar eine Art Ruheort sein soll. Doch Cocktails schlürfen und sich die Sonne auf den Torso scheinen lassen, hat nichts mit Tanz und Gesang zu tun. Zu solchen Aktivitäten kann der Ballermann ruhig einen Umweg machen. Wer dieses sanft belebende Gefühl nicht sucht, der wird sich Close Talker dann eben eher in einer Lounge vorstellen. Trotz Indie-Rock-Sound liegt das Hauptohrenmerk der Band auf treibenden Melodien, die ohne einzuschläfern oder kitschig zu sein für inneres Wohlbefinden sorgen. Die kanadische Band hat das Handwerk ihres Sounds dabei nahezu makellos geschliffen und hat mit „Flux“ ein starkes Stück mit der Unfähigkeit zum Enttäuschen geschaffen.

Nach Ablauf des Albums darf argumentiert werden, dass der Klang der Band aus treibenden Drums und akzentuierten Riffs von Gitarre und E-Bass beinahe zu sauber ist. Spätestens ab „Great Unknown“ können die Einsätze von Bläsern und Streichern problemlos vorausgeahnt werden. Ein „The Silence I“ oder auch der Closer „Slow Weather“ setzen zu sehr auf Sicherheit und beide haben dabei nicht die großartigen Melodien und Momente, die den Auftakt von „Flux“ zu etwas Besonderem machen. Denn in aller Fairness muss gesagt werden, dass die Kritik an besagten Titeln auf den Beginn des Albums zurückgeführt werden kann.

„Heads“, „Burnstick“ und „Blurring Days“ bilden ein fantastisches Trio, welches den Art- und Indie-Pop um die Jahrtausendwende auf den Punkt bringt. Mit dem Zuschlag der kurz und knackigen „For The Sun“, „The Silence II“ und „Patmos“ entledigt sich die Band auch gleich Vorwürfen von Abgehobenheit. Ähnlich wie Sizarr finden Close Talker den Mittelgrund aus Anspruch und Eingängigkeit. Im Gegensatz zu den Jungs aus Landau wirken die Kanadier zwar fast schon bieder, was sie mit ihren leichter zugänglichen Melodien jedoch wieder wettmachen.

Hier und da klingt der eingängigere Teil des Albums noch zu repetitiv, doch das Potenzial lässt sich zu keiner Zeit absprechen. „Flux“ ist eine derart gut gemachte Scheibe, die durch Stilsicherheit besticht. Zärtlich entspannend und doch voller Energie, beweisen sich Close Talker als intelligente Pop-Alternative. Wer die organischen Klänge des letzten Jahrzehnts vermisst, der wird hier garantiert fündig. Im noch so jungen Jahr 2015 ist diese LP der erste große Durchatmer für alle Millennium-Nostalgiker.

Anspieltipps:

  • Heads
  • Burnstick
  • Blurring Days

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