Frank Turner - The Third Three Years - Cover
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Frank Turner The Third Three Years


  • Label: Xtra Mile Recordings
  • Laufzeit: 69 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album für alle, die nach „Tape Deck Heart“ an Frank Turners Folk-Wurzeln gezweifelt haben.

Frank Turner sehen Zuschauer inzwischen überall. War er früher oft auf kleineren Bühnen zu finden, hat „Tape Deck Heart“ das Stadion-Feeling auch für den stereotypischen Folk-Barden salonfähig gemacht. Der früher zwischen trunkener Feierstimmung und den Aufs und Abs der Liebe hin und her gerissene Musiker hat sich dem Pop angenähert und damit die Massen begeistert. Mit den richtigen Texten hat er dabei auch seine eingeschworenen Fans nicht verloren. Nicht selten ist aber von Unbehagen zu hören, dass Turner eventuell nicht wieder zurück zu seinen Folk- und Punk-Wurzeln findet. Wer solche Bedenken hat, der war wahrscheinlich noch nie auf einem Konzert des Neuzeit-Barden. Denn dort geht es zwischendurch immer noch genug zur Sache, woran mit „The Third Three Years“ erinnert wird.

Allein „Tell Tale Signs“ und „Broken Piano (Demo)“ sind auf dieser Zusammenstellung noch Momente, die den Pop in den Vordergrund rücken. Ansonsten gibt es in wechselnder Soundqualität ein paar Kammer- und Livestücke Turners, die zeigen, dass manche Dinge sich nicht ändern. Am besten zäumt man das Pferd dabei von hinten auf, wenn „Dan's Song“ im Stile der Dubliners aus den Boxen kracht. Gerade live können selbst arge Kritiker nicht die schroffe Energie Turners wegreden, die auch in Coverversionen von „Somebody To Love“ und „American Girl“ durchklingen. Gerade was die Cover angeht, wird schnell deutlich, dass weniger Begabung als Leidenschaft Triebwerk dieser Musik sind. Turner macht auch weiterhin was ihm gefällt und ziert sich nicht, seine Helden zu zitieren.

Das Ergebnis ist ein betont roher, aber auch sehr melodischer Mix, der ohne große Zusammenhänge in erster Linie die Bandbreite und Lebensfreude des Künstlers Frank Turner herüberbringen soll. Diese Mission glückt auf allen Ebenen, auch wenn die Musik selbst in den Hintergrund gerät. Es finden sich genug Tracks für Romantiker, aber auch für Rocker auf dieser Zusammenstellung, die anstatt Turners bester Musik seine Ausstrahlung genießen wollen. Spätestens wenn sich seine Version von „Somebody To Love“ im Ohr festsetzt, darf man sich allerdings auch gewiss sein, dass genau das der Hauptgrund für viele Hörer ist, sich stets erneut auf neue Musik von Frank Turner zu freuen.

Anspieltipps:

  • Somebody To Love
  • Sweet Albion Blues
  • Fields Of June

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