Junksista - High Voltage Confessions - Cover
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Junksista High Voltage Confessions


  • Label: Alfa Matrix/SOULFOOD
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Solange alle schön in Bewegung bleiben, ist alles gut genug.

Können wir die Massen in Bewegung bringen? Das ist die oft existenzielle Frage für DJs und Musiker, deren Musik meist auf Dancefloors gespielt wird. Ein Lied kann noch so stumpf sein, wenn nur die richtige Hookline vorhanden ist oder die Beats für unweigerlich stampfende Füße sorgen. Junksista deuten schon in ihrem Künstlernamen an, dass sie vor leichter Arrangement-Kost nicht Halt machen, wenn nur der Unterhaltungsgrad stimmt. Die richtige Balance lässt sich bei solch direkter Musik oftmals nur schwer finden. Aus bombastischer Unterhaltung wird ganz schnell hohles Gewummer und vor solcherlei Ausfällen sind auch die Junksista nicht gefeit.

Auch deswegen müssen die Musiker ihren einzig echten Hit gleich zu Beginn auf die Massen loslassen. Der schwachbrüstige Autotune-Pop in „I Said“ und „Live A Little“ ist bestenfalls Lounge-Mittelmaß, dessen Sex-Appeal arg zu wünschen übrig lässt. „Get A Grip“ dagegen muss kein Geheimnis aus der trashigen Natur machen. Ein wenig Autotune und synthetische Loops aus den Neunzigern klingen an und schon dröhnt es aus den Boxen, als gäbe es kein Morgen. Trash? Ja! Aber mit einer Inbrunst, Überzeugung und funktionierendem Refrain, ist Intellekt das Letzte was Hörer zu interessieren hat.

Manchmal ist das Duo noch nah dran, eine solche Single aufs Parkett zu bringen, doch Tracks wie „True Love“ und „Strom“ betteln eher um einen starken Remix, als bereits eigenständig zu funktionieren. Dagegen führt die geradlinige Art Junksistas auch zu Totalausfällen, die sich vor Fremdscham nicht mehr retten können. „P.I.T.T.“ ist eine armselige Entschuldigung für Gangster-Sounds, und warum orientalische Töne wie in „Strictly Physical“ so oft an den Rand der akustischen Vergewaltigung getrieben werden müssen, bleibt ein Geheimnis der Musiker. Dazwischen ist viel unauffälliges Füllmaterial der Marke „I Hate You“ und nur selten lässt sich in einem „Confide“ auch einmal ein echt angenehmer Flow vorfinden. Junksista denken schlichtweg zu häufig, dass sie unwiderstehlich und sexy wären, doch auf ihre Musik treffen diese Attribute nur sehr selten zu.

Anspieltipps:

  • Get A Grip
  • True Love
  • Strom

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