Xavier Naidoo - Hört, Hört! Live Von Der Waldbühne - Cover
Große Ansicht

Xavier Naidoo Hört, Hört! Live Von Der Waldbühne


  • Label: Naidoo Records/Tonpool
  • Laufzeit: 240 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der berüchtigte Wanderprediger und Missionar der deutschen Soul- und Popszene mit einem weiteren Live-Werk.

Na hoppla, was war da denn los? Xavier Naidoo (43), der berüchtigte Wanderprediger und Missionar der deutschen Soul- und Popszene, nahm am diesjährigen Tag der deutschen Einheit an einer Kundgebung teil, die von den Medien im rechten Milieu einsortiert wurde, um dort seine Ansichten und Theorien zu verbreiten. Daraufhin wurde Naidoo der Satirepreis „Das Goldene Brett“ verliehen, mit dem die (Zitat) „unsinnigsten pseudowissenschaftlichen Beiträge im deutschen Sprachraum“ ausgezeichnet werden. Ein interessanter Kleinkrieg, bei dem man dennoch besser nicht zu sehr ins Detail geht. Berichten wir lieber über das, was Xavier Naidoo Geld, Ruhm und Ansehen gebracht hat: Seine Musik.

Am 27. Juli 2014 spielte der Mannheimer vor 22.000 Fans in der Berliner Waldbühne – einem der schönsten Auftrittsorte Deutschlands für alle musikalischen Sparten. Den zu ihrem Prediger gepilgerten Fans wurden an diesem Abend knapp zwei Dutzend Songs vorgespielt, die einen guten Querschnitt durch die vor inzwischen 16 Jahren gestartete Solokarriere des Sängers, Songschreibers und Produzenten abgeben. Über „Führ mich ans Licht“, einem Titel seines Debütalbums „Nicht Von Dieser Welt“ (05/1998), geht die zweistündige Reise durch zahlreiche Hitsingles wie „Was wir alleine nicht schaffen“, „Sie sieht mich nicht“, „Dieser Weg“, „Und wenn ein Lied“, „Alles kann besser werden“ und „Ich kenne nichts (was so schön ist wie du)“.

Neben den bekannten Gassenhauern werden aber auch mitunter obskure Album-Only-Tracks wie „Autonarr“, „Tanzort“, „Bunte Steine“ und „Goldene Kerzen“ vorgetragen. Hier zeigt sich Naidoo von einer Seite, von der ihn nur seine Fans und Albumkäufer kennen. An diese richtet sich dann auch vornehmlich diese Veröffentlichung, die mit zwei CDs und einer DVD für alle Sinne etwas bietet und dabei natürlich die Gunst der Stunde nutzen soll, dass die Brieftaschen vor Weihnachten sehr viel lockerer sitzen und damit Songs ein zweites oder drittes Mal gekauft werden.

Dem neutralen Beobachter mag diesem Konzert eventuell ein wenig die Magie fehlen, die es unverzichtbar macht. Vielleicht ist der Zuschauer bzw. Zuhörer einfach auch übersättigt mit der medialen Präsenz eines Xavier Naidoo, der in diesem Jahr auch noch das zweite Album aus der „Sing Meinen Song“-Reihe auf den Markt bringt. Wie gesagt, es weihnachtet sehr...

Anspieltipps:

  • Dieser Weg
  • Seine Straßen
  • Und wenn ein Lied
  • Sie sieht mich nicht
  • Was wir alleine nicht schaffen
Neue Kritiken im Genre „Soul/Pop“
Diskutiere über „Xavier Naidoo“
comments powered by Disqus