Logic - Under Pressure - Cover
Große Ansicht

Logic Under Pressure


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 56 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein kleiner Lichtblick im kränkelnden US-HipHop/Rap.

Sir Robert Bryson Hall II alias Logic (24) aus Gaithersburg, Maryland, machte sich in den vergangenen vier Jahren über die in Eigenregie veröffentlichten Download-Mixtapes „Young, Broke And Infamous” (12/2010), „Young Sinatra” (09/2011), „Young Sinatra: Undeniable” (04/2012) und „Young Sinatra: Welcome To Forever” (05/2013) einen Namen bei der Internet-HipHop-Gemeinde. Die vier Tapes setzten sich im sechsstelligen Bereich ab, was in der Branche, speziell bei den Majors, natürlich nicht unbemerkt bleibt. Und so unterschrieb Logic beim Kult-Label Def Jam und präsentiert mit „Under Pressure“ sein erstes „offizielles“ Album.

Def Jams Executive Vice President No I.D. übernahm die Produktion des neuen Sterns am Straßen-Rap-Himmel, der seine Einflüsse mit A Tribe Called Quest, The Roots, Nas und dem Wu-Tang Clan angibt. Damit steht der Rapper eher in der Tradition des Old School und nicht in der des immer langweiliger werdenden Gangsta-Rap, der seine beste Zeit hinter sich hat. Und in der Tat wird es Zeit, dass die neue Rap-Generation, die im Jahr 2012 mit Kendrick Lamar, Frank Ocean, Meek Mill und The Game ein paar echte Hochkaräter hervorbrachte, endlich nachlegt. Denn 2014 war ein weiteres erschreckend schwaches Jahr im US-HipHop/Rap.

Im Ansatz macht Logic dazu vieles richtig. Er setzt auf Storytelling und Atmosphäre und nicht auf Dicke-Hose-Blödsinn und leere Worthülsen. Seine Basslines und Skills dürfen dennoch fett und durchdringend sein. Schließlich hat Logic durchaus etwas zu erzählen und die entsprechende Vergangenheit dazu aufzuweisen. Leben auf der Straße, Gewalt, Drogen, kaputte Familie. Heavy Shit, der in spannende Tracks verpackt wird. In diesen rappt Logic aus verschiedenen Perspektiven und verleiht dem Album damit eine Art Dreidimensionalität, die zum Beispiel keine vorgeschobenen Feature-Gäste benötigt.

Mit streckenweise atemberaubenden Flows („Gang related“, „Growing pains III“), drückenden Bässen („Bounce“, „Metropolis“), toller Atmosphäre („Never enough“) und den besagten autobiographischen Lyrics („Under pressure“, „Nikki“) legt Logic zwar kein Meisterwerk, aber einen echten Lichtblick in einem kränkelndem Genre vor. Bleibt nur zu hoffen, dass nicht auch Logic ewig für einen Nachfolger braucht.

Anspieltipps:

  • Bounce
  • I’m gone
  • Metropolis
  • Growing pains III
Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
5/10

Carlo Cokxxx Nutten IV
  • 2019    
Diskutiere über „Logic“
comments powered by Disqus